Kosten und Zinsen: Investition A 39?

Die Baukosten der A 39 laut BVWP 2003 betragen für 80 Kilometer 437 Mio €. Wie jetzt vom Straßenbauamt bekanntgegeben, wird die A 39 eine Länge von 120 Kilometern haben. Bei Baukosten von realistischen 8 Mio € pro Kilometer im Jahr 202x betragen die Gesamtkosten mindestens 960 Mio € und werden zu 100 % aus Fremdkapital finanziert.

 

Auch wenn Deutschland (noch) ein Schuldner ersten Ranges ist, so können wir von einem Schuldzins von mindestens 4,5 % p.a. für die “Investition A 39” ausgehen. Dies bedeutet eine immerwährende jährliche Zinslast für den Bundeshaushalt von 43,2 Mio €, denn eine Tilgung dieser Schulden erfolgt nicht! Diese realen Kosten fließen auch nicht in die Ermittlung des Nutzen-Kosten-Faktors ein, der bei der A 39 bei lächerlichen 3,4 liegt und die Grundlage für die Einstufung in den vordringlichen Bedarf ist.

Steigt das historisch niedrige Zinsniveau am Kapitalmarkt um lediglich einen Prozentpunkt, beschert dies eine Erhöhung der Zinslast von 9,6 Mio €. Die Zinssicherung der Bundesschulden erfolgt nur zu 48,87 % langfristig (länger als vier Jahre). Steigen die Zinsen auf ein Niveau von 9 %, bedeutet dies eine Steigerung der Zinslast auf 86,4 Mio €, von denen 18,12 % kurzfristig (bis ein Jahr), 33,01 % mittelfristig (ein bis vier Jahre) und 48,87 % langfristig zum Tragen kommen.

Die Bundesregierung verschließt die Augen vor der ganz sicher kommenden Zinswende. Diese kann nicht nur den Bundeshaushalt ‘explodieren’ lassen – eine “zurückfließende Investition” ist für die A 39 völlig unrealistisch.