Keine A 39!

Seit Wochen wirbt die Industrie- und Handelskammer IHK Lüneburg-Wolfsburg mit ihrer Pro-A 39-Kampagne für den Autobahnausbau zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Im Umfrage-Ergebnis sieht die IHK nun Rückenwind für diese Kampagne.

Machen Sie sich selbst ein Bild und lesen Sier hier die Ergebnisse der Umfrage:

IHK-Umfrage "Meinungen zum Ausbau der A 39"
Forsa_Meinungen_zum_Ausbau_der_A39.pdf
PDF-Dokument [477.5 KB]

Das Planfeststellungsverfahren für den dritten Abschnitt zwischen Bad Bevensen und Uelzen kann voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 begonnen werden.

Für den Abschnitt im Bereich Lüneburg wird der Planfeststellungsbeschluss wohl erst Ende 2016 vorliegen.

Mit dem Beginn der Planfeststellungsverfahren für die Abschnitte 2 (östlich Lüneburg-Bad Bevensen) und 6 (Wittingen-Ehra) wird erst in der zweiten Jahreshälfte 2016 gerechnet. Unser Dachverband "Keine A 39" meint: "Die Planung der Autobahn 39 bereitet offenbar immer wieder neue Schwierigkeiten. Es bestätigt sich erneut, dass die Trasse erhebliche Eingriffe in die Lebensqualität der Anwohner bedeuten und schützenswerte Naturräume zerstören würde."

 

Landeszeitung Lüneburg:

Die Nordland-Autobahn

Worum geht es eigentlich beim Streit um die "Lüneburger Autobahn"?

Nachfolgend erläutern wir die Historie und die Interessengeflechte im Umfeld der A 39.

 

 

Die A 39 ist ein besonders drastisches Beispiel einer ignoranten Verkehrspolitik, weil sie erwiesenermaßen verkehrlich unnötig und für die Region wirtschaftlich ineffektiv ist. Wir wehren uns: für unsere Landschaft, für unser Klima und für eine lebenswerte Zukunft!

Die Geschichte der Nordland-Autobahn beginnt Mitte der 30er Jahre, als die Stadt Wolfsburg als Standort für das neue Automobilwerk aus dem Boden gestampft wird. Die damaligen Machthaber planten eine Autobahnanbindung in Nord-Süd-Richtung, die aufgrund des beginnenden 2. Weltkriegs aber nicht ausgeführt wurde. Jahrzehnte später wird diese Idee wieder aufgegriffen und der Nordland Autobahn Verein e.V. gegründet. Es entsteht die Vision einer Autobahn von Skandinavien bis nach Wien. Mitglieder dieses Vereins sind die IHK Lüneburg-Wolfsburg sowie Städte und Gemeinden aus der Region. Hier wird seit Jahrzehnten Lobbyarbeit betrieben. Und dass sich Politiker, Verwaltungsmitarbeiter der Behörden und die betreibende Lobby kennen, sich Argumentationshilfen geben und sich für die vermeintlichen Interessen der Öffentlichkeit einsetzen, ist ja nichts Neues für uns.

Die Förderer

Zum Verständnis der Hintergründe sind folgende Informationen – wie wir finden – von herausragender Bedeutung. Daher kurz ein Abriss.

Auffallend stark bei der Argumentation für die Autobahn ist die IHK Lüneburg-Wolfsburg, die nicht zufällig so heißt.

VW mit Sitz in Wolfsburg ist nicht nur der größte Arbeitgeber im Land, sondern auch der stärkste Beitragszahler in der Handelskammer und durch seine Größe über zahlreiche Verknüpfungen ein starker Partner in der Landespolitik.

 

Der damalige Vorsitzende der IHK ist Speditionsunternehmer für VW und gleichzeitig Vorsitzender des Nordland-Autobahnvereins e.V.

Im Juni 2003 wurde ihm für sein Engagement – insbesondere den Ausbau der Straßeninfrastruktur – das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

Sein Stellvertreter im maßgebenden Verkehrsausschuss ist Geschäftsführer der VW Transport GmbH. Hier einige Zitate, die wir nicht weiter bewerten müssen:

  • “Mit dem Projekt A39/A14 erhält vor allem auch der Wirtschaftsstandort Wolfsburg mit Volkswagen […] endlich die notwendigen verkehrlichen Anbindungen nach Norden.”— IHK Lüneburg-Wolfsburg, Resolution der Vollversammlung
  • “Die Autobahn ist für Volkswagen ein entscheidender Wettbewerbs- und Produktionsfaktor.”— Johannes M. Fritzen, Geschäftsführer der VW-Transport GmbH & stellv. Vorsitzender im Verkehrsausschuss der IHK Lüneburg-Wolfsburg
  • “Die Anforderungen an flankierende Maßnahmen im Umweltschutz und Lärmschutz dürfen nicht weiter gesteigert werden, damit das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Projekte nicht ‘totgerechnet’ wird.”— IHK Lüneburg-Wolfsburg, Forderungskatalog an die Nds. Landesregierung, Frühjahr 2003
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