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zu Aktion Lebensberg e.V.
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Aktion Lebensberg

Mitglied im
Dachverband der
Bürgerinitiativen
gegen die A 39
Redaktioneller Hinweis
Der Stand unserer Berichterstattung zur A 39 ist seit Juni 2009 bis auf Weiteres eingefroren.

Standpunkte

An dieser Stelle geben wir Standpunkte, Meinungen und Kommentare zum Thema A 39 wieder.


Martin Eckers kommentiert den Artikel “Emotionen kein Kriterium” in der Landeszeitung vom 20. März 2004

Sowohl im vorliegenden Positionspapier des Bundestagsabgeordneten K.D. Grill, wie auch in dem Interview mit ihm in der LZ vom 20. März 2004 zeigt sich ein erschreckender Mangel an Faktenorientiertheit, wenn es um die Begründung für den Bau der A39 geht:

Dass Entscheidungsträger bei veränderter Sachlage alte Entschlüsse revidieren und an die neuen Gegebenheiten anpassen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Herr Grill scheint aber gegen Erkenntniszuwachs immun zu sein. Wie sonst ist zu verstehen, dass er sich für die Begründung der A39 auf die jahrzehnte alte Forderung der Lokalpolitiker nach einem Autobahnanschluss beruft. In der Landeszeitung geht er sogar soweit, Planungen für eine A39 von 1925 zu heranzuziehen. Herr Grill, seit 1925 hat sich viel getan in Deutschland und Europa!

Niemandem gefällt es, dass im Zuge der Globalisierung Produktionsarbeitsplätze hier ab- und im billigen Ausland wieder aufgebaut werden. Dies ist aber eine Realität, der man sich stellen muss! Der Bau einer Autobahn ist so ziemlich das teuerste und unwirksamste Gegenmittel gegen diesen Trend, das man sich vorstellen kann. Wissenschaftlichen Studien zur Folge gilt das Dogma, dass Autobahnen automatisch Arbeitsplätze schaffen, spätestens seit den siebziger Jahren nicht mehr. Als einfaches Beispiel sei hier Baden-Württemberg genannt, das trotz halber Autobahndichte sehr viel bessere Arbeitsmarktzahlen vorzuweisen hat als Nordrhein-Westfalen.

Nur ewig Gestrige können oder wollen diese, seit vielen Jahren bekannten Tatsachen nicht anerkennen.

Es wird behauptet, Wirtschaftsexperten teilten Herrn Grills Ansicht, Wirtschaftswachstum und Beschäftigungszuwachs seien auf Autobahnen angewiesen. Herr Grill, wo sind diese Wirtschaftsexperten und auf welches Zahlenmaterial stützen sich ihre Studien? Bislang ist nicht eine Arbeit veröffentlicht, die eine positive Entwicklung für unsere Wirtschaft schlüssig belegt, geschweige denn zur Begründung des A39-Baus verwendet worden. Gibt es sie am Ende vielleicht doch nicht? Oder sind die Zahlen nicht im gewünschten Sinne?

Für eine positive Zukunft brauchen wir Politiker, die sich an Fakten orientieren, und nicht emotional – quasi aus dem Bauch heraus – viele hundert Millionen Euro in rückwärtsgewandte Projekte verschwenden. Geld, das an anderen Stellen zur Erhaltung und Aufbau von Arbeitsplätzen dringend gebraucht wird, wie z.B. der Mittelstandsförderung und vor allem in der Bildung und Forschung!

Intelligenz ist gefragt, Herr Grill, nicht Beton!

Martin Eckers
Am Ziegeleiteich 2
21337 Lüneburg
eMail: Martin.Eckers@web.de


Stefan Kuhlmann, Vorstandsmitglied Aktion Lebensberg, kommentiert den Artikel “Die B 4 stößt an ihre Grenzen” in der Landeszeitung vom 11. März 2004

Nach gerade einmal 9 Jahren setzen sich die Autobahn-Befürworter mit der Verkehrsuntersuchung für den Nord-Osten auseinander, die den Bau der A 14 von Schwerin nach Magdeburg und den (Aus-)Bau von Bundesstraßen für den Bereich Lüneburg-Wolfsburg vorschlägt. Erstmals setzt sich der A 39-Planer Fischer vom Straßenbauamt Lüneburg mit den Inhalten dieser öffentlichen Studie auseinander. Die Aktion Lebensberg wertet das als Erfolg ihrer mühsamen Überzeugungsarbeit. Auch teilt sie die Einschätzung des Straßenbauamtsleiters, dass die B 4 in ihrer heutigen Form an ihre Grenzen gestoßen ist.

Damit werden die Erhebungen der VUNO endlich auch von offizieller Seite grundsätzlich anerkannt. Mit seiner Kritik bestätigt Herr Fischer damit

  1. dass es zur Zeit keine fundierten Zahlen zur Verkehrsentwicklung gibt,
  2. die gesamte Planung für A 14 und A 39 aus einer Zeit stammt, die den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in keiner Weise Rechnung trägt.

Damit wird dem Gesamtvorhaben A 14/A 39 die Grundlage entzogen. Konsequenz muss daher sein, die Planugnen mit sofortiger Wirkung einzustellen und zuerst die Grundlagen für ein nachhaltiges Verkehrskonzept zu legen.

Es wäre ein Skandal, wenn man aus politischen Gründen an der A 39 weiter festhält, obwohl es keinerlei Zahlenmaterial für deren Begründung gibt.

Der Schwerpunkt des Artikels verdeckt allerdings auch eine große Argumentationslücke der Autobahnbefürworter. Eine erhoffte Entlastung der Ortsdurchfahrten zwischen Lüneburg und Uelzen durch die A 39 (insbesondere Melbeck) wird von Verkehrsexperten nämlich bezweifelt. Die aktuell 20.000 Fahrzeuge in Melbeck haben Ihre Ursache vor allem in der Region Lüneburg-Uelzen selbst. Eine Autobahn auf der anderen Seite des Elbe-Seitenkanals ist nur zu einem geringen Teil geeignet, diesen lokalen Verkehr abzuleiten. Abhilfe für die Ortschaften schaffen hier nur Ortsumgehungen – ganz unabhängig von einer Transitautobahn.

Die örtliche Infrastruktur gehört vernünftig ausgebaut. Die B 4 muss so gestaltet werden, dass man auf ihr mit Tempo 100 zwischen Lüneburg und Uelzen und darüber hinaus unterwegs sein kann. Die Transit-Lkws aber sind für den Lüneburger Raum nur eine unnötige Belastung und gehören auf die A 14 und die A 7.

Stefan Kuhlmann
Aktion Lebensberg e.V.
Am Ziegeleiteich 42
21337 Lüneburg
eMail: Stefan.Kuhlmann@nwn.de


Peter Weerda, Vorstandsmitglied Aktion Lebensberg, kommentiert den Artikel “Schöberl übernimmt Vorsitz” in der Landeszeitung vom 11. September 2003

(In gekürzter Form erschienen als Leserbrief in der Landeszeitung vom 26. September 2003)

Hartmut Schöberl übernimmt den Vorsitz des Beirates des Biosphärenreservates “Niedersächsische Elbtalaue”. Mit Herrn Schöberl tritt eine Persönlichkeit an, die als stellvertretender Geschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg den touristischen Experten mit dem Verkehrsexperten in einer Person vereint. Herr Schöberl, der sich – laut Artikel – zur Zeit dafür engagiert, dass für nordische Gänse und Schwäne Rast- und Nahrungsflächen erhalten werden, setzt sich ansonsten dafür ein, dass ein Riesenautobahnprojekt namens A 39 durch unsere einzigartige Naturlandschaft von Lüneburg nach Wolfsburg gebaut wird. Würde man den Vorstellungen der IHK Lüneburg-Wolfsburg folgen, deren Verkehrspolitik Herr Schöberl verantwortlich vertritt, würde das Projekt A39/A14 sogar als sogenannte X-Variante durch das Wendland geführt werden und dabei Naturschutzgebiete, Kulturdenkmäler, Landschaftsschutzgebiete, Biotope und FFH-Vorschlagsgebiete durchschneiden. Dabei ist die IHK Lüneburg-Wolfsburg in erster Linie der Vertreter der Wirtschaftsinteressen und nicht des Umweltschutzes. So schreibt die IHK zum Thema A 39:

“Die Anforderungen an flankierende Maßnahmen im Umweltschutz und Lärmschutz dürfen nicht weiter gesteigert werden, damit das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Projekte nicht ‘totgerechnet’ wird.”
— IHK Lüneburg-Wolfsburg, Forderungskatalog an die Nds. Landesregierung, Frühjahr 2003

Die Vereinigung “Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue” beabsichtigt, die naturschutzlichen Belange der Region mit den Belangen der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie in Einklang zu bringen. Die Aktion Lebensberg e.V. begrüßt dieses ausdrücklich!

Eine klarere Berichterstattung in diesem Artikel wäre wünschenswert gewesen. Warum wird nicht direkt auf das legitime Ziel hingewiesen, dass Herr Schöberl den Vorsitz des Beirates übernommen hat, um in seiner IHK-Funktion die Interessen der Wirtschaft zu vertreten. Der Bürger hat hierfür sehr wohl Verständnis und wird eine ehrliche und umfassende Berichterstattung immer begrüßen und honorieren.

Wir hoffen, dass Hartmut Schöberl Fingerspitzengefühl in dieser Funktion beweist, und das das Biosphärenreservat und auch alle anderen Regionen in unserer landschaftlich so schönen Gegend von unsinnigen Autobahnen verschont bleiben.

Peter Weerda
Aktion Lebensberg e.V.
Am Ziegeleiteich 36
Tel.: 85 10 11
eMail: Peter.Weerda@freenet.de


Stefan Kuhlmann, Vorstandsmitglied Aktion Lebensberg, kommentiert den Artikel “Autobahn 39 auf der Überholspur” in der Landeszeitung vom 12. Juni 2003

Es scheint Feiern angesagt. Endlich geht es mit der Region aufwärts! Das Wirtschaftswunder rollt an!

Oder wie haben Sie die Nachricht verstanden, dass jetzt die „Gesamtstrecke Lüneburg-Wolfsburg die Präferenz einer Höherstufung genießt“? Man verspricht uns in Politik und Medien unisono, dass nur mit einer Autobahn unsere infrastrukturellen Probleme und damit die Arbeitslosigkeit zu lösen seien. Haben Sie schon einmal unsere Politiker gefragt, woher sie das wissen?

Verkehrsexperten (Stichwort VUNO) sagen jedenfalls das Gegenteil. Sie fordern stattdessen den konsequenten Aus- und Neubau von Bundesstraßen (G-Variante), was gleichzeitig auch noch viel schneller und günstiger zu erreichen wäre. Aber welche Bedeutung haben Studien und Untersuchungen schon, wenn unsere Politik „aufs Gas drücken“ will?

De Facto wird die A 39 vor allem für die Volkswagen AG gebaut, die sich dadurch Standortvorteile verspricht. VW wird sich dafür aber fragen müssen, wie sie mit dem Image-Schaden umgehen will, der entlang der B 4 entsteht, weil dort die Ortsumgehungen mit Verweis auf die A 39 verweigert werden. Wie verhält es sich mit dem Image eines Konzerns, wenn für ihn (auf Staatskosten) Landstriche und Lebensräume für Tier und Mensch plattgewalzt werden?

Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte entlang der zukünftigen A 39 konnten gar nicht schnell genug Resolutionen nach Berlin und Hannover schicken. Konsens: „Eine Autobahn – möglichst stadtnah – muss es sein. Auf voller Länge und sofort.“ Wer von unseren „Entscheidern“ hat überhaupt die Studie zur Verkehrsuntersuchung gelesen? Wie ist es zu erklären, dass die aktuelle Fassung der vom Bund seinerzeit beauftragter VUNO immer noch in der damals zuständigen Stelle in Sachsen-Anhalt liegt und – so sagte man mir dort – niemals eine Kopie von Niedersachsen angefordert wurde?

Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Ziel eines wirklich zukunftsweisenden Verkehrskonzepts wurde doch gar nicht geführt! Warum es unbedingt eine Autobahn sein muss und nicht eine Bundesstraße sein kann (Sparpotential: 500 Millionen Euro Steuergelder(!)), hat bislang noch niemand in der Öffentlichkeit gefragt geschweige denn beantwortet.

Wer auf die Überholspur geht, hat die Pflicht, vorher in den Rückspiegel zu schauen, sonst benimmt er sich grob verkehrsgefährdend. Wer sich einer demokratischen Wahl stellt und darüber die Macht bekommt, über das Schicksal anderer zu entscheiden, hat die Pflicht, sich umfassend einzuarbeiten, bevor er entscheidet! Alles andere muss spätestens beim nächsten Wahlgang mit einem „saftigen Strafzettel“ bestraft werden.

Stefan Kuhlmann
Aktion Lebensberg e.V.
Am Ziegeleiteich 42
21337 Lüneburg
eMail: Stefan.Kuhlmann@nwn.de

 
Stand:  24.07.2005 Impressum Kontakt info@aktion-lebensberg.de