20. April 2007

Pressedienst Lüneburg

A39: Ostumgehung bereitet Lüneburg Bauchschmerzen

(sp) Lüneburg. Nach einer Trasse für die A39 mit größtmöglichen positiven und kleinstmöglichen negativen Auswirkungen, danach hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gesucht. Gefunden hat sie auf Lüneburger Stadtgebiet eine Linienführung, die auf der schon existierenden Ostumgehung verläuft. Beim Erörterungstermin am Donnerstag in Uelzen brachte die Stadt Argumente vor, die gegen diese Lösung sprechen.

So sehen die Pläne aus: Die Autobahn 39 verläuft von der Anschlussstelle Lüneburg-Nord über die Ostumgehung und verlässt die B4-Strecke nördlich des Anschlusses an die Bundesstraße 216. Der Radius von 550 Meter auf der Ostumgehung soll beibehalten werden, lediglich die Fahrbahnstreifen werden auf 3,75 Meter verbreitert und ein Standstreifen ergänzt.

Dr. Uta Rüping vom Anwaltsbüro Rüping, Karoff und Kollegen sprach in Uelzen für die Stadt: „Weil die Klostertrasse aus der Diskussion ist, hat Lüneburg schon einiges gewonnen. Haben Sie aber trotzdem Verständnis dafür, dass die Stadt stellvertretend für ihre Bürger nicht in frenetischen Applaus ausbricht.“ Rüping führte an, dass die Bürger der Stadt zum Teil über die zulässigen Grenzen hinaus mit Lärm, Abgasen und Feinstaub belastet werden.

Auch bei der Verkehrsentwicklung hat die Stadt Probleme mit der Ostumgehung. Nach Ansicht der Stadt ist die bisherige Ostumgehung, schon heute ein Unfallschwerpunkt, kaum geeignet für den Ausbau zur Autobahn. Zwischen 60.000 und 65.000 Fahrzeuge würden nach dem Ausbau auf der Ostumgehung rollen. Die Verteilerfunktion der Ostumgehung für die Stadt sei dann erheblich gestört. Dass die Trasse mit sechs Anschlussstellen im Stadtgebiet funktioniert, zieht die Stadt in Zweifel. Auch die Stadtentwicklung sieht Lüneburg beeinträchtigt. Das Gewerbegebiet Bilmer Berg wird von der Trasse zerschnitten. Außerdem beeinträchtigen eventuelle Lärmwände das Stadtbild.

Viele Gründe also, warum die Ostumgehung als A39-Trasse der Stadt Lüneburg Bauchschmerzen bereitet. Die Kostenersparnis, die eine Osttrasse gegenüber dem Westen bringe, sei mit der Zurücksetzung des Schutzgutes „Mensch-Wohnen“ erkauft, so Rüping: „Wenn die Trasse kommt, dann muss sie zumindest so gestaltet werden, dass alle Grenzwerte durch aktive Schutzmaßnahmen sicher eingehalten werden und dass darüber hinaus ein deutlicher Schritt in Richtung der engeren Vorsorgewerte getan wird.“ Dies ist aus Sicht der Stadt nur mit einem Tunnel oder einer Deckelung möglich.

Die Stadt wird ihre Sichtweise zu Papier bringen und ihre Gutachter noch einmal an die neuen Pläne setzen. Diese Argumente wird sie in den kommenden Wochen ins Raumordnungsverfahren einbringen. Bis Juni will das Land das Raumordnungsverfahren abschließen, am Ende steht die Landesplanerische Feststellung.

Alle Pläne und Unterlagen zur A39 finden sich hier.

www.lueneburg.de