28. März 2007

Pressedienst Lüneburg

A39: Stadt kämpft für verträgliche Trasse

(sp) Lüneburg. Am Dienstag berichteten die ersten Medien darüber: Die A39 wird auf Lüneburger Stadtgebiet wahrscheinlich auf der Trasse der schon existierenden Ostumgehung verlaufen. Die Stadt Lüneburg wird weiter für eine Lösung kämpfen, die den Interessen der Lüneburgerinnen und Lüneburger entspricht. Unter anderem will sie die Interessen der Anwohner der Ostumgehung mit Gutachten unterstützen.

Andrea Schröder-Ehlers, Fachbereichsleiterin Verkehr, formuliert die Position der Stadt: „Eine Westtrasse oder eine weiträumige Umfahrung im Osten ist für Lüneburg die bessere Lösung. Diese Haltung hat der Rat der Stadt mehrmals mit großer Mehrheit bekräftigt.“ Beim Anhörungstermin am 19. April in Uelzen wird die Stadt die Argumente für ihre Position nochmals vortragen.

Das Problem: Die Stadt entscheidet nicht über die Trasse und steht mit ihrer Haltung allein. „Wir müssen realistisch sein. Vieles deutet jetzt darauf hin, dass die Ostumgehung als Trasse kommen wird“, sagt Schröder-Ehlers.

Dass die sogenannte Klostertrasse damit aus dem Spiel ist, bewertet die Stadt als Erfolg. „Unsere Gutachten haben überzeugende Argumente dagegen geliefert“, sagt Schröder-Ehlers. Wenn die Ostumgehung genutzt wird, dann will die Stadt das Beste für Lüneburg herausholen. „Das bedeutet, wir werden weiter für das Schutzgut Mensch kämpfen. Vor allem für die Anwohner an der Ostumgehung“, so Schröder-Ehlers.

Konkret bedeutet das: Die Ostumgehung soll einen Deckel bekommen. Die Stadt will Gutachter beauftragen, die genau prüfen, wie so ein Deckel gestaltet werden kann und was er kostet. Schröder-Ehlers: „Auf dem Deckel könnte eine Erdschicht aufgetragen werden und ein Fußweg, um Moorfeld nicht zu zerteilen.“ Ziel der Stadt ist es, bei Verhandlungen über den Deckel auf Augenhöhe argumentieren zu können.

Prüfen lassen will die Stadt auch, welche Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Ostumgehung gelten muss und ob sie mit sogenannten Blitzern kontrolliert wird. Ein weiterer Punkt: „Für die Anwohner der Ostumgehung kann der Bau der A39 einen Wertverlust der Häuser bedeuten. Dabei stellt sich auch die Frage, welche Ansprüche die Anwohner geltend machen können.“

Landrat Manfed Nahrstedt sagt dazu: „Ich stand und stehe auch weiterhin zum Bau der A39, da ich die Autobahn als wichtige Infrastrukturmaßnahme und wirtschaftliche Entwicklungschance sehe. Unsere Region braucht die Autobahn." Er habe sich nicht erst als Landrat für die Prüfung einer weiter östlich gelegenen Trasse stark gemacht und zur Verhinderung der Klostertrasse einen Tunnel ins Gespräch gebracht. „Der Ausbau der jetzigen Ostumgehung war für mich eine geeignete Alternative, falls meine Vorschläge – östlicher gelegene Trasse und Tunnellösung – nicht zum Tragen kommen sollten", sagt der Landrat.

Dies sei allerdings nur mit Deckelung der Trasse und in Verbindung mit einem Tempolimit denkbar, um den Lärmschutz zu gewährleisten. Nahrstedt: „Wichtig bei der Prüfung aller Möglichkeiten ist es, eine für die Menschen in Stadt und Landkreis Lüneburg vertretbare Lösung zu finden."

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