Pressedienst LüneburgMädge zur A 39: Keine Zukunft für die Ostvariante(sp) Lüneburg. Sind die Menschen und ihre Bedürfnisse bei den Planungen zur A-39-Vorzugstrasse quer durch Lüneburg ausreichend berücksichtigt worden? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch den Informationsabend, zu dem die Stadtverwaltung am Dienstag in die Turnhalle der Schule Lüne eingeladen hatte. Etwa 250 Interessierte nutzten die Gelegenheit, den Planern von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStbV), der ARGE Bosch-Baader-Jestaedt sowie der Regierungsvertretung kritische Fragen zu stellen. Unter anderen auch die nach den Chancen, die Trasse zu verhindern. Dabei bemühten sich alle, der Bitte des Moderators Oberbürgermeister Ulrich Mädge nach einem sachlichen Informationsaustausch nachzukommen. Den Planern, die wiederholt auf die Systematik ihrer Vorgehensweise, auf Verordnungen, Gesetze und Grenzwerte verwiesen, gelang das naturgemäß besser als den Anwohnern in Lüne, die angesichts der Trassenführung um ihre Lebensqualität, den Wert ihrer Immobilien und die Gesundheit ihrer Kinder bangen. So empörte sich ein Anwohner im Laufe der dreistündigen Veranstaltung: „Die Auswirkungen der Trasse für den Wildwechsel haben Sie untersucht – und die für die Schule? Vielleicht sollten sich die Kinder Geweihe aufsetzen.“ Barbara Taglang, Äbtissin im Kloster Lüne, sprach vielen aus dem Herzen: „Ich versuche nicht emotional zu sein, obwohl ich, ehrlich gesagt, platzen könnte, aber ich werde kämpfen wie eine Löwin, damit die Ostvariante hier nicht herkommt.“ Denn: „Wie sollen wir in unserem uralten Kloster dann noch Einkehr und Stille ermöglichen?“ Friedhelm Fischer, Annette Padberg und Heiko Lange für die NLStbV sowie Jörg Borkenhagen für die ARGE versuchten deutlich zu machen, dass sowohl „der Schutzgutbereich Mensch“, „der Aspekt Siedlungsbereiche“ sowie unter anderem auch der Denkmalschutz für das Kloster in die Vergleiche der verschiedenen Varianten eingeflossen sei. Gibt es eine echte Chance, die Ostvariante zu verhindern? Auch diese Frage beschäftigte Publikum und Podium. Bernd Rczeppa von der Regierungsvertretung Lüneburg sagte: „Man kann nicht einfach wechseln zwischen den Varianten, aber man kann bei begründeten Hinweisen einen Trassenabschnitt ändern.“ Alle Stellungnahmen, von Bürgern und Anwohnern wie von Trägern öffentlicher Belange, würden ausgewertet. Träger öffentlicher Belange ist auch die Stadt Lüneburg. Für sie unterstrich OB Ulrich Mädge: „Rat und Verwaltung werden alles tun, um diese Variante zu verhindern.“ Dass Lüneburg allerdings die A39 braucht, daran gebe es keinen Zweifel. Der Wirtschaftsverkehr aus und in Richtung Süden nehme zu, den Anwohnern der Ostumgehung sei noch mehr Verkehr nicht zuzumuten, in Lüneburg litten zudem Schleichwege wie der Ochtmisser Kirchsteig massiv unter der täglichen Belastung – „wir müssen Lösungen finden für alle in der Stadt“. Daher favorisiert die Stadt die Westvariante. |