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Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung, 7. Januar 2009 Planungen zur A39: Deutliche Hinweise auf KonfliktpotenzialeBMU sieht “großräumige Zerschneidungseffekte”gel Lüchow/Lüneburg. Das Bundesumweltministerium (BMU) hat Bedenken gegen die derzeit geplante Linienführung der Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Durch den Neubau seien “großräumige Zerschneidungseffekte” der ökologischen Lebensräume zu erwarten. Die bisherigen Untersuchungen und Prüfungen zur Linienführung seien aus ökologischer Sicht defizitär, heißt es aus dem Ressort von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Um zustimmen zu können, fordert das BMU mehrere zu beachtende Maßgaben. Das dürfte die Kosten für die Autobahn weiter erhöhen. Das BMU unterbreitet den verantwortlichen Kollegen vom Bundesverkehrsministerium an einer Stelle sogar den Vorschlag, alternativ über einen Ausbau der Bundesstraße 4 nachzudenken. Denn die Beeinträchtigungen des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes Ilmenau mit Nebenbächen wären “erheblich”. Das BMU war aufgefordert, im Rahmen des Linienbestimmungsverfahrens Stellung zu nehmen. Der Dachverband der 35 Bürgerinitiativen gegen die geplante A 39 hat die laufenden Biotopkartierungs- und Vermessungsarbeiten der Straßenbaubehörde nach der BMU-Stellungnahme “zigmillionenteure Planungen für die Schublade” genannt. Die vom Umweltministerium aufgestellten Forderungen nach Grünbrücken, Wilddurchlässen, Fließgewässerquerungen, Amphibiendurchlässen, Überflughilfen für Fledermäuse und Aufständerungen führen nach Einschätzung der A39-Gegner zu einer weiteren Kostensteigerung und somit zu einer weiteren Verringerung des ohnehin schon “einmalig schlechten Nutzen-Kosten-Verhältnisses” der A39. Das BMU hat im Beteiligungsverfahren zwar grundsätzlich der Linienbestimmung zugestimmt, aber angesichts der noch nicht abgearbeiteten umwelt- und naturschutzfachlichen Konflikte eine “Modifikation der Trassenführung oder Vorkehrungen zur Vermeidung” eingefordert. So bemängelt das BMU, dass einige Konfliktschwerpunkte bisher gar nicht berücksichtigt worden seien, beispielsweise der transnationale Biotopverbund Grünes Band, repräsentative Großprojekte des Bundes oder ein Wiedervernetzungskonzept für die Wildkatze in Niedersachsen. Das BMU kritisiert die bisherigen Prüfungen mit den Worten: “Die Zerschneidung von Lebensraumverbund wird als nicht entscheidungserheblich bewertet und dementsprechend nicht bei der Ableitung von Konfliktschwerpunkten berücksichtigt. Damit entspricht das gewählte Vorgehen weder dem Stand der Wissenschaft noch dem Stand der Technik.” Vor allem mit Blick auf das FFH-Gebiet “Ilmenau und Nebenbäche” hat das BMU Bedenken: Die bau-, anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen wären “erheblich”. Eine Zustimmung sei nur möglich, wenn einige Voraussetzungen erfüllt würden. Um Zerschneidungseffekte zu minimieren oder Immissionen weitestgehend zu vermeiden, werden mehre Vorkehrungen empfohlen: beispielsweise Grünbrücken, Wilddurchlässe, Fließgewässerquerungen, Querungshilfen für Fledermäuse, Kleintierdurchlässe, Über- und Unterführungen von Straßen und Feldwegen und eine Querung des Grünen Bandes. Überhaupt nehme der Biotopverbund “Grünes Band” eine “herausragende Funktion” ein, was in der weiteren Planung zu berücksichtigen sei. Die Linienführung der A39 ist bekanntlich so angelegt, dass sie an keiner Stelle das Lüchow-Dannenberger Kreisgebiet berührt. Die angedachte Trasse führt westlich an der Kreisgrenze entlang und kommt dem Kreisgebiet im Südwesten am Gemeindegebiet Schnegas am dichtesten. |