Quelle: Hamburger Abendblatt, 11. Oktober 2008

Lüneburg wird zur geteilten Stadt

Die Trasse für die A 39 steht

Von Elke Schneefuß

Die Trassenführung für die A 39 steht fest: Eine neue Autobahn für die Region kommt, und sie führt mitten durch Lüneburg.

Da kann jetzt noch Brücken und Deckel bauen, wer will - Lüneburg wird zur geteilten Stadt, wenn die A 39 da ist. Häfen und Straßen sind Schlagadern der Wirtschaft, gibt das Wirtschaftsministerium den betroffenen Anwohnern zum Trost mit auf den Weg. Der Vergleich hinkt: Echte Schlagadern produzieren keinen Lärm und keine Abgase. Und sie haben auch nicht zur Folge, dass zerschnitten wird, was bisher zusammengehörte.

Wer sehen möchte, wie es aussieht, wenn Autobahnen die Stadt zerschneiden, der kann nach Braunschweig fahren. Dort zerreißen mehrere Stadtautobahnen die Stadt, die nach dem Krieg kaum noch gewachsene Strukturen besaß.

Wer dachte, so etwas kann nicht mehr passieren, der sollte nach Lüneburg kommen. Wenn die A 39 da ist, sehen wir es: Es gibt noch geteilte Städte. Ihre Mauern heißen Lärmschutzwälle.

www.abendblatt.de