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Quelle: Hamburger Abendblatt, 30. August 2007 A 39 kommt auf die OsttangenteStaatssekretär Friedrich-Otto Ripke stellte gestern die Pläne vor. Und er stellte sich der Kritik der Autobahngegner. Von Carolin George Lüneburg - Der Lüneburger Stadtteil Moorfeld ist Brutgebiet des Vogels Homo Sapiens. Das behaupteten mit Federn verkleidete rund 15 Gegner der A 39, durch deren Wohngebiet die Trasse verlaufen wird. Sie erwarteten Vertreter von Landesregierung und Straßenbaubehörde. Drei Männer dieser Behörden haben gestern morgen in der Regierungsvertretung die geplante Trasse vorgestellt: Nun steht fest, dass die Autobahn innerhalb Lüneburgs auf der Ostumgehung laufen soll. Für den angekündigten Minister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) kam sein Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke, und der stellte sich bereitwillig der Kritik der Gegner: Das sei Wahnsinn, eine Autobahn mitten durch ein Wohngebiet zu planen, sagte Steffi Blandow-Wechsung aus dem Moorweg, was sei denn zum Beispiel mit Gefahrguttransporten so dicht an Häusern vorbei.? Die seien auf einer Autobahn sicherer als auf jeder anderen Straße, entgegnete Ripke. Eckehard Niemann vom Dachverband der inzwischen 35 Bürgerinitiativen glaubt, dass zu wenig Geld da sein wird, um die Küstenautobahn A 22 und auch die A 39 zu bauen. Die A 22 werde von der Politik favorisiert. Die A 39 sei dagegen etwas, was man den Bürger verspräche, aber nicht halten könne. Bis 2020 werdw hier wegen der A 39 verkehrspolitisch nichts anderes geplant, das sei für die Region katastrophal. Ripke dagegen: "Wir wollen und brauchen beide Autobahnen und wir verfolgen beide." In den Räumen der Regierungsvertretung dann erklärte Ripke noch einmal Sinn und Zweck der Autobahn: Infrastruktur für wirtschaftliche Entwicklung schaffen, Erreichbarkeitsdefizite abbauen - jeder Niedersachse solle in 15 Minuten ein Mittelzentrum und in weniger als einer Stunde ein Oberzentrum erreichen können, so die Zielvorgabe der Regierung. Von 110 Kilometern Gesamtlänge führten 40 Kilometer auf bereits vorhandenen Trassen: nämlich der Autobahn 250, der Bundesstraße 4, entlang dem Elbe-Seitenkanal und am Volkswagen-Testgelände vorbei. Für den Lüneburger Innenstadt-Bereich sehen die Planer wegen des knappen Kurvenradius' der Ostumgehung ein Tempolimit von 100 vor. Die Lärmbelastung könnte dort in Teilen sogar geringer werden, so Ripke. Denn: "Über Lärmschutz werden wir reden müssen." Keine guten Nachrichten hatte Dr. Holger Manthey von der Regierungsvertretung für die Melbecker. Durch Melbeck verläuft die stark befahrene B 4, und dort wird der Verkehr nicht weniger werden. 28 000 Kraftfahrzeuge pro Tag prognostizieren die Planer dem Ort für den Zeitpunkt des Autobahnbaus, die A 39 werde die Zahl um bis zu 11 000 reduzieren. Das heißt: Es werde lediglich eine Steigerung des Status Quo vermieden. Ripke betonte, die Stadt Lüneburg könne mit der Trassenwahl zufrieden sein, die Pläne für das Gebiet Schlieffenpark seien nicht verbaut. Um seine Argumente darzulegen hatte der Staatssekretär übrigens mehr Geduld als so manch einer der Demonstranten. Deren Lust, ihre Plakate hochzuhalten war begrenzt: Noch als Ripke mit BI-Sprecher Eckehard Niemann diskutierte, rollten die anderen A-39-Gegner schon ihre Transparente zusammen und zogen von dannen. |