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Quelle: Hamburger Abendblatt, 29. März 2007 B 4 kann Autobahn werdenPlanung: Neue Untersuchung förderte eine mögliche Variante zu TageEinst als nicht machbar eingestuft, ist der Ausbau der Ostumgehung zur A 39 nun durchaus eine Alternative - Bedingung: Tempo 100. Von Carolin George Lüneburg - Was doch eine erneute Untersuchung alles bringen kann: Auf einmal ist in Sachen Autobahn 39 etwas möglich, was bislang als nicht machbar eingestuft wurde: der Ausbau der Lüneburger Ostumgehung. Diese neue Variante sowie die bislang favorisierte Trasse entlang des Klosters stellt die Niedersächsische Straßenbehörde für Straßenbau und Verkehr bei einem Erörterungstermin am 19. und 20. April in Uelzen vor. Zur Erinnerung: Die von der Behörde bevorzugte Kloster-Trasse zweigt von der Ostumgehung in Höhe Neu Hagen nach Westen ab und läuft am Kloster Lüne entlang, quert die Bockelmannstraße und trifft am Ortseingang Adendorf wieder auf die Bundesstraße 4. Jetzt bringen die Experten eine weitere Variante auf den Plan: den Ausbau der B 4 zur Autobahn. Doch warum ist auf einmal etwas machbar, was zuvor unmöglich schien? "Wir hatten bislang mit freier Geschwindigkeit geplant", erklärt Heiko Lange, Projektmitarbeiter A 39 bei der Straßenverkehrsbehörde. "Diese Vorgabe geben wir uns selbst, um nicht von vornherein mit Einschränkungen zu bauen." Eine B 4 als A 39 braucht jedoch zwingend ein Tempolimit, weil der Kurvenradius der Fahrbahn zwischen den Abfahrten Adendorf und Ebensberg nur 550 Meter beträgt - für freie Fahrt wären 900 Meter nötig. Daher hatte die Behörde zwar auch schon früher über einen Ausbau der Ostumgehung nachgedacht - nur war just an dieser Stelle zuvor eine Ausweichstrecke geplant. Die aber schien den Planern unter anderem wegen des Schallschutzes ungünstiger als die Kloster-Trasse. Außerdem hätten in Kloster Lüne dafür Häuser abgerissen werden müssen. Gemäß Auftrag der Regierungsvertretung untersuchten die Planer das Thema B 4 nun erneut und kommen zu dem Schluss: Der Ausbau ist möglich, allerdings mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf vermutlich Tempo 100 so wie jetzt. Aber: Selbst bei der bislang favorisierten Kloster-Trasse würde wahrscheinlich ein Tempolimit eingeführt. Denn um den Lärmschutz in Höhe des Klosters zu gewährleisten, wäre laut Behörden-Mitarbeiter Lange eine Tempo-Begrenzung günstiger als alle anderen Schallschutz- Maßnahmen. Die Stadt Lüneburg wird derweil ein neues Gutachten in Auftrag geben, um die Auswirkungen der neuen Trasse untersuchen zu lassen. Fachbereichsleiterin Andrea Schröder-Ehlers: "Eine Westtrasse oder eine weiträumige Umfahrung im Osten ist für Lüneburg die bessere Lösung." Das Problem: Die Stadt entscheidet nicht über die Trasse und steht mit ihrer Haltung allein. Dass die sogenannte Kloster-Trasse aus dem Spiel ist, bewertet sie als Erfolg. "Unsere Gutachten haben überzeugende Argumente dagegen geliefert", so Schröder-Ehlers. Jetzt will sie für einen Deckel der Ostumgehung kämpfen, auch dafür Experten zu Rate ziehen. Prüfen lassen will die Stadt auch, ob ein Tempolimit kontrolliert werden würde und welche Ansprüche die Anwohner wegen der Wertminderung ihrer Häuser geltend machen könnten. Auch der Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A 39 hat sich gut gerüstet für den Termin in Uelzen, verweist unter anderem auf das "verheimlichte und äußerst niedrige Nutzen-Kosten-Verhältnis" der Autobahn. Über den "bestehenden und bereits gut gefüllten Schutz- und Klagefonds gegen die A 39" würden die Interessen gebündelt und "von guten Verwaltungsjuristen" auf den Klageweg gebracht, so Sprecher Eckehard Niemann. Über die endgültige Trassenführung entscheiden wird die Regierungsvertretung nach dem Erörterungstermin für die Träger öffentlicher Belange - aber nicht die Öffentlichkeit - im April in Uelzen, noch im Sommer 2007 wird damit gerechnet. Dann gehen Heiko Lange und seine Kollegen zurück an ihre Unterlagen und planen die Strecke im Detail. Sind sie damit fertig, beginnt das Planfeststellungsverfahren - nicht vor 2008. Dann erst werden auch einzelne Bürger beteiligt, dann erst können auch Klagen gegen die Autobahn eingereicht werden. Niemann gibt sich schon jetzt siegessicher: Die Gegner seien "zuversichtlich", dieses Projekt "zu Fall zu bringen". |