Quelle: Gifhorner Rundschau, 17. März 2007

A 39: Baubeginn steht in den Sternen

Raumordnungsverfahren wird beendet – Gegner kündigen Klage an – Bundesministerium: Trasse hat Vorrang

Von Uwe Hildebrandt

TAPPENBECK. Das Raumordnungsverfahren für die geplante A 39 im Gifhorner Ostkreis geht bereits im April auf die Zielgerade. Wann aber mit dem Bau begonnen wird, ist inzwischen äußerst strittig. Eckehard Niemann, Sprecher der "Bürgerinitiative gegen die A 39", ist sich sicher: "Nie".

600 Millionen Euro soll die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Wolfsburg und Lüneburg kosten. Das Projekt hat es in den "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans geschafft.

Trotz der guten Voraussetzungen wird inzwischen eifrig darüber diskutiert, wann und ob die von den meisten Ostkreis-Bewohnern ersehnte Autobahn überhaupt kommt. "Im Raumordnungsverfahren findet jetzt im April eine zweitägige Erörterung der Reaktionen auf die Stellungnahmen statt", teilt Dr. Holger Manthey von der Lüneburger Regierungsvertretung mit.

Der für die A 39 zuständige Leiter des Bereichs Raumordnung kündigt bereits für Juni das Ende des Verfahrens an: "Dann kann das Planfeststellungsverfahren starten." Ein solches gilt stets als sehr langwierig, da mit unzähligen Grundstückseigentümer verhandelt werden muss.

Der Sprecher der A 39-Gegner Herbermann sieht über dem Vorhaben dunkle Wolken aufziehen, wirft Manthey einen groben Verfahrensfehler vor: "Wenn jetzt das Raumordnungsverfahren abgeschlossen ist, werden wir erstmals klagen."

Herbermann meint, die Planungsbehörde hätte die vorgeschriebene Prüfung von Alternativen eines Autobahnbaus schlichtweg vergessen: "Ich begreife nicht, wie sie einen so gravierenden Fehler machen kann."

Die A 39-Gegner sind ohnehin der Auffassung, dass das Projekt dem Bau der Küstenautobahn A 22 nach Wilhelmshaven geopfert wird – diese genieße in der Politik jetzt Priorität.

Die Signale aus dem Bundesverkehrsministerium sind unklar: "Auf Grund ihres frühen Planungsstandes steht die A 39 nicht im 5-Jahres-Investitionsrahmenplan", sagt Ministeriumssprecher Richard Schild, um dann nachzuschieben: "Die A 39 findet Gehör und ist wichtig, sie ist prioritär."

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