Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 9. Februar 2007

“Trasse Richtung Osten schieben”

Rat Lüder lehnt A-39-Vorzugstrasse ab und fordert Untersuchung des Alternativvorschlags

Von Walter Manicke

Lüder. Eine Entlastung durch die so genannte "optimierte Vorzugstrasse" vermag die Gemeinde Lüder für ihr Gebiet nicht zu erkennen. Deshalb fordert der Rat der Gemeinde nach wie vor eine Verlegung der Trasse in Richtung Osten. Verlaufen sollte sie im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze, unterstrich Bürgermeister Eberhard Siemeke (CDU) während der Ratssitzung am Mittwochabend im Gasthaus Grote in Lüder.

17 Zuhörer waren gekommen, verfolgten aufmerksam die Debatte, in der der Rat die erneute Stellungnahme der Gemeinde Lüder zur optimierten Vorzugstrasse verabschiedete - einstimmig. Die Lüderaner erwarten, dass die alternative Trasse von der Landesbehörde für Straßenbau in Lüneburg untersucht wird, da diese den Interessen aller Beteiligten und der Anlieger besser gerecht würde als die Vorzugstrasse.

Diese Variante belaste den Ort Lüder wesentlich weniger als die optimierte Vorzugstrasse und trage allen Schutzgütern, insbesondere den Menschen und der Landwirtschaft, wesentlich mehr Rechnung als die Vorzugstrasse. Da von der Trassenänderung nur das Gebiet der Samtgemeinde Bodenteich betroffen wäre, würden keine anderen Interessen, insbesondere auch die der Stadt Wittingen, beeinträchtigt. Der Flächenverbrauch aufgrund der etwas längeren Strecke sei nicht wesentlich größer und beschränke sich im wesentlichen auf Kiefernwald, der anders als der Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen bei der Vorzugsplanung leicht wieder zu ersetzen und auszugleichen sei. Außerdem könnte Geld gespart werden, rechnen die Lüderander vor, denn im Verlauf der Osttrasse müssten weniger Brücken als im Zuge der Vorzugsvariante gebaut werden. So weit herrschte Einigkeit im Rat.

Die Geister schieden sich allerdings bei einem Alternativvorschlag, der vorsorglich in die Stellungnahme, die bis zum Ende des Monats in Lüneburg vorliegen muss, aufgenommen worden war. Mit dem konnte sich Michael Porsch (CDU) nicht anfreunden und beantragte die Streichung. Für den Fall, dass es nicht zur Osttrasse kommen könne, heißt es, "wäre es aus Sicht der Gemeinde Lüder gerade noch zu vertreten, wenn die optimierte Vorzugstrasse nicht so geplant wird, dass sie im Bereich der Landesstraße 270 auf die "alte" Vorzugstrasse mündet, sondern weiter südlich im Bereich, wo die Bündelung mit dem Elbe-Seitenkanal eintritt". Nach kurzer Diskussion über das Für und Wider dieses Vorschlags wurde die Streichung mit 6:5 Stimmen abgelehnt.

Durch den Bau der A 39 und der Querspange B 190n wird eine weitere Zerschneidung des Gemeindegebietes (Bahnlinie und Elbe-Seitenkanal) befürchtet. Deshalb besteht die Gemeinde darauf, dass die Querspange südlich der Gemeinde, aber im Bereich nördlich von Wittingen, gebaut wird.

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