Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 24. Januar 2007

Ein Dorf wird zerschnitten

Lüderaner fordern Verlegung der A-39-Trasse weiter in Richtung Osten

Von Walter Manicke

Lüder. Nicht verstehen können die Lüderaner, dass die Infrastruktur ihrer Gemeinde keine Rolle spielt beim geplanten Bau der A 39 und der Querspange der B 191n. Die Gemarkung wird bereits durch den Elbe-Seitenkanal und die Eisenbahnlinie zerschnitten. Eine weitere Zerstückelung durch die A 39 und die Querspange ist nach Auffassung von Bürgermeister Eberhard Siemeke nicht hinnehmbar, wie er im Gespräch mit der AZ erklärt.

Obwohl sich durch die Ausweisung eines Vogelschutzgebietes nördlich von Bad Bodenteich die Vorzugsvariante etwas weiter nach Osten verschiebt, bringt das für die Lüderaner keinen Vorteil, im Gegenteil. Um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und ein Umdenken anzumahnen, machte sich eine Abordnung mit Michael Porsch und Tankmar Sauer unter Führung von Bürgermeister Eberhard Siemeke und Bodenteichs Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling auf den Weg nach Lüneburg, sprachen mit Vertretern der Regierungsvertretung und der Landesbehörde für Straßenbau.

Die Lüderaner favorisieren nach wie vor die Osttrasse, die im Bereich der ehemaligen Innerdeutschen Grenze verlaufen würde. Die Vorzugstrasse könnte dann in Richtung Süden westlich von Wittingen verlaufen, würde keine Interessen anderer beeinträchtigen, sind sich Kölling und Siemeke einig. Ob das die Behördenvertreter in Lüneburg genauso sehen, bezweifeln sie nach ihrem Gespräch allerdings. Kölling kann nicht verstehen, dass die Infrastruktur eines Dorfes, einer Gemeinde und auch des Beregnungsverbandes nicht berücksichtigt werden. Dadurch würde ein Dorf zerstört, kritisiert der Samtgemeindebürgermeister.

Durch die Optimierung der Vorzugsvariante werde in unzumutbarer Weise der Bereich des Beregnungsverbandes durchschnitten, was erhebliche Konsequenzen und Kosten in Bezug auf eine durchzuführende Flurbereinigung und die Erneuerung im Bereich der Beregnungsverbände zur Folge hätte. Diese Probleme könnten dadurch umgangen werden, dass die Osttrasse gewählt würde. In diesem Bereich gebe es keine Feldberegnung. Die Ostvariante ist nach Auffassung der Gemeinde auch billiger, weil dort weniger Brücken gebaut werden müssten.

Bestätigt wurde der Eindruck der Gemeinde, dass bei der optimierten Vorzugstrasse nur Wert darauf gelegt wurde, eine möglichst geringe Abweichung von der bisherigen Vorzugstrasse zu bekommen.

Die Vertreter der Regierung und der Landesbehörde, so Kölling und Siemeke, hätten darauf hingewiesen, dass im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine Veränderung der Vorzugstrasse von einigen Metern bis zu 100 Metern möglich wäre, so dass eine Umfahrung der Gehöfte in Neu-Lüder im nördlichen Bereich in Betracht kommen könnte sowie eine Umfahrung des Hofes von Tankmar Sauer durch eine Verlegung der Vorzugstrasse mehr in Richtung Herbert Drangemeister, etwa auf der Mitte der Straße zwischen beiden Gehöften.

Eine Umfahrung in östlicher Richtung, wie von der Gemeinde angedacht, und eine damit verbundene Verschiebung der Vorzugsstrasse um etwa 300 bis 400 Meter scheint nicht sehr aussichtsreich zu sein, befürchten sie. Mit der A 39 und der Querspange befasst sich der Rat nochmals während der Sitzung am Mittwoch, 7. Februar. Bis Ende des Monats muss dann die erneute Stellungnahme in Lüneburg vorliegen.

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