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Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 21. Januar 2007 “40 000 Unterschriften gegen die A 39”Zur Kolumne “Ein Landkreis wird abgehängt” (AZ v. 20. Januar) AZ-Redakteur Mitzlaff verweist darauf, dass es eventuell doch eine "schweigende Mehrheit" hier im Landkreis für die A 39 geben könne. Die insgesamt 40.000 Unterschriften und die 15.000 Einwendungen gegen die sprechen allerdings nicht dafür... Schade, dass Herr Mitzlaff seinem Kollegen nicht wenigstens einige von den vielen guten Argumenten der pfiffigen und weitsichtigen Uelzener gegen diese nachweislich unrentable Nonsensautobahn genannt hat. Zum Beispiel: Dass diese Autobahn mit ihrem schlechten Nutzen-Kosten-Verhältnis ohnehin nie finanziert werden wird, dass aber wegen der A 39 viele dringende Verkehrsprojekte und Umgehungsstraßen auf Eis gelegt wurden - so dass der Landkreis nach jahrelanger Hängepartie schließlich gänzlich leer ausgehen wird, wenn dieses bloße Renommierprojekt weiterhin von karrieresüchtigen Politikern aufgeblasen wird. Herr Mitzlaff beklagt zu Recht den Abzug von Polizei und BGS aus Uelzen - aber das hat nun ja wirklich nichts mit der A 39 zu tun. Und schon gar nicht liegt es am starken A 39-Widerstand, wenn die Station der Wasserschutz-Polizei aufgelöst wird oder Uelzen dem Hamburger Verkehrsverbund nicht beitritt. Ganz im Gegenteil: Die vielen A 39-kritischen Bürgerinnen und Bürger haben für Regionalentwicklung, neue Projekte und alternative Verkehrskonzepte schon etliche Beiträge geliefert. Renate und Eckehard Niemann, Bienenbüttel
Bestenfalls mit Kopfschütteln kann man auf den Artikel von Herrn Mitzlaff reagieren, wenn er, gewissermaßen durch die Hintertür, alle, die gegen die A39 durch unsere Region aufstehen, als Hinterwäldler bezeichnet. Damit nimmt er einseitig Stellung für eine Autobahn und schließt in diese Haltung die "schweigende Mehrheit" ungefragt gleich mit ein. Sehr geehrter Herr Mitzlaff, fatal ist nicht das Signal, das davon ausgeht, dass es mehr Gegner gegen diese Nonsense-Autobahn gibt, als Ihnen lieb ist, sondern dass Sie eine derart polemische und einseitige Stellungnahme als Journalist abgeben. Sie hätten zumindest mit handfesten Argumenten aufwarten sollen. An schwergewichtigen Argumenten dagegen mangelt es nicht. Uwe Krieg, Römstedt
Thomas Mitzlaff hat offensichtlich nichts Besseres zu tun, als unserem Landkreis einen Krähwinkel-Stempel aufzudrücken. Unterschwellig macht er mit seinem Lamento, unser Landkreis würde mehr und mehr den Bach runter gehen, schleichend würde er - wovon(?) abgehängt, Amtsleiter und Kreispolitiker verantwortlich. Wissen müsste er an sich, dass alle jene Aderlass-Beispiele, die er in seinem Wochenrevue-Artikel aufzählt, entweder von der Bundesregierung oder dem Land Niedersachsen oktroyiert wurden trotz kommunalpolitischer "Abwehrschlachten", die dagegen geführt wurden. Bund und Land haben nun mal, auch verfassungsrechtlich, die stärkeren Bataillone. Bezeichnenderweise keine Erwähnung findet, dass unser Kreis, um hier nur einige wenige Beispiele zu nennen, nach wie vor sehr stark ist in Sachen Lebensmittelproduktion und Maschinenbau; dass regenerative Energien wie Windenergie- und Biogasanlagen, Photovoltaik für Solarstrom, die Solarthermie für warmes Wasser u.a.m., auch im Zusammenhang des 2005 von der Niedersächsischen Landesregierung neu gegründeten "Zentrum für nachwachsende Rohstoffe", welches sich als Technologie-Netzwerk für Gemeinden und Kreise versteht, gepusht werden; dass unser Kreis zur Zeit ein "Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept" (ILEK) erarbeitet, nachdem das Land Niedersachsen dem Kreis 50.000 Euro Zuschuss bewilligt hat. Dass all das kein "sanftes Ruhekissen" für unsere politisch Verantwortlichen sein darf, versteht sich von selbst. Außerdem gibt‘`s immer noch genügend Menschen, die Politikersn "Feuer unter den Hintern machen". Muffensausen ist - insoweit jedenfalls - fehl am Platze. Borvin Wulf, Suderburg
Viele werden zustimmen soweit der Autor ein schlüssiges Konzept zur Entwicklung des Landkreises Uelzen fordert, sowie einen Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund. Wer den überfüllten Metronom kennt, der auch in Spitzenzeiten nur stündlich zwischen Hamburg und Hannover pendelt, dem fallen dazu wohl noch weitere Vorschläge ein. Eine milliardenschwere A 39 aber ersetzt noch lange kein sinnvolles Konzept für unsere Region. Die beiden Nord-Süd-Autobahnen A 14 und A 39 sollen doch vor allem den überregionalen Transitgüterverkehr beschleunigen - aber was bringt das wirklich vor Ort? Hat die A 20 in Mecklenburg schon nennenswert Arbeitsplätze gebracht? Oder die Emsland-Autobahn? Ist die Arbeitslosigkeit dort am geringsten, wo es viele Autobahnen gibt? Wovon träumt der Autor, möchte man fragen. Abgesehen davon, dass es Alternativen zum klimaschädlichen Güterfernverkehr auf der Strasse gibt - wer zahlt denn letztlich den Preis für dieses umwelt- und verkehrspolitisch fragwürdige Projekt (für das sich ausgerechnet Herr Uhl so stark gemacht hat)? Viel Geld, das an anderer Stelle mehr bringen dürfte, z.B. in Kindergärten, Schulen, Ausbildung, Nahverkehr und Regionalentwicklung in vielerlei Bereichen. Es lohnt sich über andere Dinge als BGS-Kasernen und A 39 nachzudenken, wenn unsere Region attraktiver, auch kinder- und familienfreundlicher werden soll. Mit noch mehr Autobahnen kommen manche vielleicht etwas schneller überall hin, aber lohnt es sich noch anzukommen? Oder auch hier zu bleiben? Carsten Jaeger, Soltendieck
Uelzen wird nicht abgehängt, weil es Gegner der A39 gibt; Uelzen wird abgehängt, weil in Politik und Verwaltung provinziell gehandelt wird. Nicht nur Herr Mitzlaff wird gefragt, was in Uelzen los sei, auch ich: Was sei das denn das für eine Kreisverwaltung, bei der man auf die Frage nach bürgerfreundlichen Öffnungszeiten die Antwort bekäme, an drei Werktagen bis 15.30 Uhr sei bürgerfreundlich genug, man müsse sich eben einen Tag Urlaub nehmen, wenn man sein Auto anmelden wolle? Andere fragen mich warum die Kreisverwaltung bei Unternehmern den Ruf habe, zu bremsen, wo es nur zu bremsen ginge? Ich hörte die Frage, warum im Rathaus der Kreisstadt noch Bilder hängen, gesammelt von einem Mann, der mit Wissen von Politik und Verwaltung seine pädophilen Neigungen in Uelzen ausgelebt haben soll? Ich werde gefragt, was das denn für ein Zustand sei, dass Uelzener Schulen ihre Schüler von Schule zu Schule pendeln lassen müssen, weil es zu wenig geeignete Klassenräume gebe? Ich werde gefragt, was das für Politiker seien, die die A 39 forderten, aber bitte doch nicht zu nah bei ihnen, sondern lieber bei einer anderen Gemeinde. Und Touristen fragen sich, warum der Landkreis Uelzen und einzelne Kommunen sich nicht an einem überregionalen Tourismuskonzept beteiligen? Fragen über Fragen, die ich nicht beantworten kann, hier liesse sich noch vieles im und für den Landkreis Uelzen verbessern. Und würden diese Hausaufgaben gemacht, erübrigte sich der Ruf nach einer Transitautobahn. Aber diese Hausaufgaben machen Mühe; dann doch lieber auf Kredit und zu Lasten unserer Kinder noch mehr Heimat asphaltieren. Jörg Jahneke, Aljarn
Ein Journalist müsste eigentlich gefeit sein gegen polemische Äußerungen jedweder Art. Was hat die Auflösung der Wasserschutzpolizei in Uelzen mit dem Protest gegen die A39 zu tun? Man erinnere sich. Die Befürworter der A 39 tönten laut, die A 39 schaffe Arbeitsplätze. Inzwischen hört man dieses Argument nicht mehr. Anerkannt ist, dass die A 39 eine transeuropäische Autobahn werden soll. Also ohne Sinn und Nutzen für unseren Landkreis. Dr. Rainer Altmann, Stadensen
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