|
Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 21. Dezember 2006 “Die Mittel aus Brüssel stoppen”Bürgerinitiativen bündeln Kräfte, um die A 14 und 39 zu verhindern / Aktionen auch an der B 71Von Detlef Güssefeld KLÄDEN. Die Autobahngegner waren sich einig: Wenn massiv Widerstand geleistet wird und die Mittel aus Brüssel nicht fließen, kann der Autobahnbau der A 14 verhindert werden. Das erklärten sie während eines Treffens in Kläden. Ausgehend von der jüngsten Pro-Autobahn-Veranstaltung in Arendsee hatten Gegner, so die Initiative “Pro Ratio” aus Salzwedel, nach Kläden in die “Wolfsschlucht” eingeladen. Mit dabei waren auch Vertreter der Bürgerinitiativen (BI) “Gegen die A 14” aus Wittenberge, der Bürgerinitiative “Gegen die A 39” aus Niedersachsen und der BI aus Kakerbeck. Das Ziel: Gründung eines Aktionsbündnisses gegen die Hosenträgervariante und für den bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrsrichtung Magdeburg-Hamburg. Wichtigstes Ergebnis: Die Gegner werden zusammenarbeiten. Und Aktionen starten, in die vor allem die Bevölkerung einbezogen werden kann. Es wurde aber auch deutlich, dass verschiedene Interessen vertreten werden. Eckehard Niemann aus Bienenbüttel machte den Teilnehmern Mut. “Ich sage Ihnen, die A 39 wird nicht gebaut, weil sie nicht gewollt ist. Denn mittlerweile kippt alles – die Politiker müssen sich schon vor der Bevölkerung erklären, wenn sie noch für die Autobahn sind”, so Niemann. In der Diskussion reifte auch eine Idee: Die Europa-Mittel, allein 375 Millionen Euro für die A 14, sollten blockiert werden. Es müsse mit den Europaabgeordneten Kontakt aufgenommen werden, um das zu verhindern. “Wir müssen den Bürgern klar machen, dass diese Unsummen nicht in Kommunalprojekte, wofür sie eigentlich gedacht sind, sondern in eine sinnlose Autobahn gesteckt werden sollen”, so Susanne Bohlander von der Initiative “Gegen die A 14”. Den Vertretern aus Kakerbeck ging es in erster Linie um die B 71. Eine Ortsumgehung ist in weiter Ferne – das ärgert nicht nur Hans Steinig und dessen Sohn Mirko. Vater Hans sprach von jungen Leuten, die wegen des Lärms nicht in Kakerbeck bleiben wollen und den vielen Versuchen, die Massen zu mobilisieren. Aus der Runde in Kläden wuchsen Ideen: So könnte es in Kürze einen “Besentag” geben, mit dem ein Stau “zum Nachdenken” erzeugt werden könnte. Und: Bürgermeister aller Kommunen an der B 71 sollten sich treffen, eine Sprache sprechen. Hans Steinig wartete auch mit Zahlen auf: Trotz Sperrung der B 71 aus Richtung Süden zählte er am Sonntag noch vor 22 Uhr in 20 Minuten allein 42 Lkw – nur drei davon waren reine Lebensmittel-Transporte. Die Bürgerinitiativen waren sich einig: Sie werden sich wieder treffen. |