Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 18. November 2006

Experten widersprechen Zweifeln am Bau von A 39 und Querspange

Nicht viel Neues auf Expertenkonferenz in Arendsee / Autobahntrasse wohl erst Ende 2007

Von Detlef Güssefeld

Arendsee/Gifhorn. Allen Zweiflern zum Trotz: Die A 14, die A 39 und die B 190n werden, ungeachtet unterschiedlicher Planungsstände, gebaut. Das erklärten am Donnerstag Experten aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen im altmärkischen Arendsee. Die Frage nach der Trassenführung für die B 190n als Querspange zwischen A 39 und A 14 blieb derweil unbeantwortet.

Wichtigstes Fazit war: Die vier beteiligten Länder, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen halten nicht nur an den jeweiligen Trassen auf ihrem Landesgebiet fest, sondern auch am Gesamtkonzept. Das betonte der sachsen-anhaltinische SPD-Bundestagsabgeordnete Marko Mühlstein, der mit der Informationsveranstaltung den Arbeitskreis für das Gesamtprojekt wiederbelebte.

Die „Notwendigkeit des Gesamtvorhabens“ betonte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick, vor rund 150 Gästen. Es gehe darum, die Verbindungen zwischen den Häfen Hamburg und Rostock mit den großen Wirtschaftzentren zu optimieren, vor allem schneller zu machen. Von „durchgängigen Trassen“ war die Rede und von einer 60-prozentigen Steigerung des LKW-Verkehrs im Transit. Zudem gehe es darum, die ländlichen Gebiete nicht abzukoppeln.

Dem Argument der Autobahngegner, die A 14 würde durch ein Gebiet führen, in dem kaum noch jemand wohnt und sei deshalb überflüssig, erteilten die Redner eine Absage. Seehausens Bürgermeister Ewald Duffe hielt dagegen: „Ich hoffe, die A 14 führt dazu, dass keiner mehr aus Seehausen wegzieht“.

Bei allem Gleichschritt der Länder gibt es klare Unterschiede. Während die A 14 von Magdeburg in Richtung Schwerin bereits im Investitionsrahmenplan berücksichtigt wurde, ist das bei der A 39 und der Querspange noch nicht der Fall. Als Grund wurde der „frühe Planungsstand“ genannt. Doch im Entwurf des Investitionsrahmenplanes ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung genannt: die Kofinanzierung aus EU-Mitteln von rund 350 Millionen Euro. Das sind bei einer Bausumme von 775 Millionen fast 50 Prozent.

Auch die Lüneburger Chefplanerin Annette Padberg kam in Arendsee zu Wort. Sie erläuterte, dass die Vorzugsvariante der A 39 überarbeitet werden müsse (das IK berichtete). Die endgültige Linienführung werde sich erst Ende 2007 abzeichnen. Vertreter des BUND protestierten vor dem Versammlungslokal gegen die A 14.

www.isenhagener-kreisblatt.de