Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 16. November 2006

Alle Trassen auf Prüfstand

A 39-Diskussion wirft Fragen auf / Heute Info-Veranstaltung in Arendsee

Von Holger Boden

Wittingen. Wohin führt der Weg für die A 39? Das fragt sich die ganze Region nach den Berichten über weitere Verzögerungen im Raumordnungsverfahren. Durch die Diskussion um den Verlauf der möglichen Trasse an den Bad Bodenteicher Seewiesen (das IK berichtete), könnten plötzlich andere Streckenverläufe als die Vorzugsvariante wieder stärkere Chancen auf Realisierung haben.

So zumindest muss man die Aussage des zuständigen Sachbearbeiters bei der Regierungsvertretung Lüneburg, Bernd Rczeppa verstehen. Die Lüneburger Landeszeitung zitiert ihn mit Blick auf das Bodenteicher Problem wie folgt: “Die Entwicklung in diesem Bereich wird nicht losgelöst betrachtet, sondern mit allen Varianten verglichen.” Zwar war nie behauptet worden, dass die Vorzugsvariante schon “durchgewunken” ist, doch lässt diese Aussage darauf schließen, dass der Vergleich der Alternativen untereinander auch für die Planer zu neuen Ergebnissen führen könnte.

Weil im Rahmen des Abwägungsprozesses ganz neu nachgedacht wird, ist mit einem Erörterungstermin für das derzeit laufende Raumordnungsverfahren nach behördlichen Angaben nicht vor “dem Frühjahr” zu rechnen. Ein dehnbarer Begriff – bei den Autobahngegnern rechnet man damit, dass es wenigstens März wird.

Was die möglichen Trassenänderungen bei Bodenteich angeht, lässt sich zurzeit noch nicht sagen, ob und wie sie den Verlauf der Autobahn bei Wittingen beeinflussen. Stadtbürgermeister Karl Ridder lagen bis gestern keine diesbezüglichen Informationen vor, und wahrscheinlich gibt es sie auch noch gar nicht. Ridder wollte gestern Kontakt zur Lüneburger Straßenbaubehörde aufnehmen. “Ob bei Wittingen eine neue Trasse ins Spiel kommt, vermag ich im Moment nicht zu beurteilen”, sagte Ridder.

Bei den Autobahngegnern löst die gegenwärtige Debatte gemischte Gefühle aus. “Wir sind nach wie vor guter Dinge, dass das ganze Ding kippt”, sagt Gabriele Vorhof-Bilau von der BI gegen die A 39 im Isenhagener Land, auch vor dem Hintergrund von Vermutungen, dass das Geld für eine Querspange knapp werden könnte. Eckehard Niemann, Sprecher des Dachverbandes der Bürgerinitiativen, findet es hingegen “ärgerlich, dass die Planung bei den Bodenteicher Seewiesen nicht gleich mit erledigt worden ist”. Denn: “Wir setzen nicht auf Verzögerung, sondern wollen das Projekt zu Fall bringen.”

Vielleicht sind ja auch alle Beteiligten heute Abend schon ein wenig schlauer: Im altmärkischen Arendsee findet eine öffentliche Info-Veranstaltung statt, zu der neben Naturschützern auch Vertreter von Ministerien erwartet werden. Die Initiative für den Termin kam nach IK-Informationen vom sachsen-anhaltinischen Bundestagsabgeordneten Marko Mühlstein (SPD). Ab 14 Uhr soll es im Deutschen Haus um die A 39, die A 14 und die Querspange gehen.

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