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Quelle: Hamburger Abendblatt, 26. September 2006 Die Grünen bieten sich anLandratswahl: Nach dem Sieg für die SPD und Manfred Nahrstedt. Die grüne Fraktionssprecherin Miriam Staudte gab sich bereits “zuversichtlich”. Verlierer Stefan Porwol (CDU) will das Kreishaus verlassen.Von Elke Schneefuß Lüneburg – "Ich kann es noch gar nicht fassen", jubelte die SPD-Bundestagsabgeordnete Hedi Wegener, nachdem das Ergebnis der Stichwahl zum Landrat bekannt gegeben worden war: Bei einer Wahlbeteiligung von 31,8 Prozent ließ der SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Nahrstedt (54,7 Prozent) seinen Mitbewerber Stefan Porwol von der CDU (45,3) deutlich hinter sich. Dementsprechend gut war die Stimmung bei den Genossen: Bei der anschließenden Wahlfete in der Kneipe gab es Blumen und Sekt, aber vor allem minutenlang stehenden Applaus für den Sieger. "Die Menschen wollten den Wechsel", resümierte Nahrstedt und machte gleichzeitig deutlich, wo er zukünftig ansetzen möchte: "Die Schul- und Familienpolitik wird ein Schwerpunkt sein." Der neue Landrat braucht allerdings eine Mehrheit, denn im Kreistag herrscht bei der Sitzverteilung ein Patt zwischen CDU und SPD. Nahrstedt: "Verhandelt wird mit allen, und zwar ab dem 25. September." Die Tür dafür machte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Miriam Staudte, am Wahlabend weit auf: "Ich bin zuversichtlich, was die Zusammenarbeit mit der SPD angeht." Unter Wert verkaufen wollen sich die Grünen aber nicht: "Entscheidungen über die A 39 können wir nicht in der Region treffen, den Punkt werden wir ausklammern. Die Elbbrücke bei Neu Darchau allerdings gehört zur Verhandlungsmasse. Darüber müssen wir reden." Als tapferer Verlierer erwies sich Stefan Porwol: "Kreispolitik spielte für die Wähler nach meinem Eindruck bei der Entscheidung kaum eine Rolle. Wenn ich mit den Menschen gesprochen habe, standen bundespolitische Themen wie die Gesundheitsreform im Mittelpunkt." Über die Wahlbeteiligung machte Porwol sich seine eigenen Gedanken: "Bei knapp 32 Prozent stellt sich schon die Frage nach der demokratischen Legitimation des Siegers", meinte er. Weiter als Erster Kreisrat für den Landkreis tätig sein will CDU-Mann Porwol auf keinen Fall: "Eine SPD-Politik in Stadt und Landkreis zu machen, das kann ich mir nicht vorstellen", sagte er. Im nächsten Jahr läuft seine Zeit als Wahlbeamter in Lüneburg ab: "Dann wird man weitersehen. Auf mich kommt eine berufliche Neuorientierung zu." Spekulationen über seine zur Disposition stehende Stelle beim Landkreis gab es schon am Wahlabend: Angeblich soll für diese Position die bisherige städtische Dezernentin Andrea Schröder-Ehlers (SPD) im Gespräch sein. |