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Quelle: Hamburger Abendblatt, 6. Juli 2006 A-39-Trasse – so nichtAutobahnbau: Die Stadt sieht sich in ihren Zielen beeinträchtigt. 100 000 Euro hat die Stadt Lüneburg für ein Gutachten ausgegeben, das beweist, daß die Autobahnplanung auf Stadtgebiet fehlerhaft istVon Carolin George Lüneburg – Jetzt geht's erst richtig los: Daß die Stadt Lüneburg sich gegen die Vorzugsvariante der geplanten Autobahn 39 durch Lüneburger Stadtgebiet stellt, steht schon seit Vorstellung der Trasse Ende März fest. Ihre Ablehnung untermauert die Verwaltung jetzt mit drei Gutachten verschiedener Ingenieurbüros. Das 124 Seiten starke Papier diskutiert der Rat am 20. Juli, bis 31. Juli muß es bei der Regierungsvertretung abgegeben sein. Gutachten Nummer eins, das Fachbereichsleiterin Andrea Schröder-Ehlers jetzt vorgestellt hat, befaßt sich mit den städtebaulichen Folgen der Autobahn 39. “Unsere Ziele werden beeinträchtigt: Lüne-Moorfeld, Kloster und der geplante Schlieffen-Park sind betroffen.” Probleme werde es auch mit dem Grundwasser geben, das in dem moorigen Bereich teilweise nur in einem Meter Tiefe verliefe. Gutachten Nummer zwei zielt auf die Verkehrssituation ab. “Wir rechnen mit 10 000 Autos mehr pro Tag als die Prognosen, also mit 60 000 Fahrzeugen”, erklärte Schröder-Ehlers. Um die Daten aktuell zu unterfüttern, wolle die Verwaltung in den kommenden Monaten Verkehrszählungen durchführen. Mit dem Verkehrslärm beschäftigt sich Gutachten Nummer drei. Ergebnis: Es seien deutlich mehr Häuser von überhöhten Lärmwerten betroffen als im Gutachten zum Variantenvergleich angegeben. Zusammengefaßt heißt das also: “Sämtliche Bausteine der Auswahl der Vorzugslinie sind fehlerbehaftet”, schreibt das von der Stadt beauftragte Rechtsanwaltsbüro. Die Stadt als Träger öffentlicher Belange lehne die Klostertrasse ab, weil erstens die Besonderheiten Lüneburgs nicht ausreichend berücksichtigt wurden, zweitens von falschen örtlichen Gegebenheiten ausgegangen wird und drittens die Belange der Bürger zu kurz kommen. Insgesamt 100 000 Euro kosten die Stadt diese Gutachten, das Geld dafür hatte der Rat als überplanmäßige Ausgabe bereits abgesegnet. Einsehbar sind die Gutachten für Bürger im Internet unter der Adresse “www.lueneburg.de”. Jetzt wird die Straßenverkehrsbehörde die Einwendungen sichten, Anfang kommenden Jahres könnte das Land die Linie festlegen, die anschließend noch vom Bundesverkehrsministerium bestätigt werden muß. Im anschließenden Planfeststellungsverfahren wird es dann konkret, um 2010 herum könnte dieses Verfahren abgeschlossen sein. Gegen den daraus resultierenden Beschluß kann geklagt werden. |