Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 21. Juni 2006

Paket mit oder ohne Querspange?

Sorge um Überlastung ohne B 190 n

Von Holger Boden

Lüneburg. Droht dem Isenhagener Land ein überlastetes Straßennetz, falls die Autobahn 39 gebaut wird? Diese Befürchtung hegt der Wittinger Georg Deeken, der darauf hinweist, dass im Bundesverkehrswegeplan nur die A 14, die A 39 und eine sie verbindende Querspange in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden seien – wobei er mit Bezug auf einen entsprechenden Passus in den Unterlagen zum Raumordnungsverfahren die Betonung auf “verbindend” legt. Wörtlich genommen könnte dies bedeuten: Zwischen den Autobahnen wird eine Querspange gebaut, aber nicht links und rechts davon.

Dies, so fürchtet Deeken, könnte zur Folge haben, dass eine Verlängerung der Querspange (B 190 n) bis zur B 4 bei Breitenhees – so, wie es in der Vorzugsvariante der Lüneburger Planer vorgesehen ist – gar nicht realisiert und zu einem “völlig neuen Projekt mit unsicherer Terminierung” wird. Deekens Schlussfolgerung: “Wenn die Vorzugsvariante umgesetzt wird, kommt eine erhebliche zusätzliche Belastung auf das örtliche Verkehrsnetz und vor allem die Bewohner des Isenhagener Landes zu.” Insbesondere Wittingen brauche daher dringend eine Südumgehung.

Ist die B 190 n wirklich nur zwischen den Autobahnen fest eingeplant? Fakt ist: Im Bundesverkehrswegeplan von 2003 ist im vordringlichen Bedarf für den niedersächsischen Part in der Tat nur von einer Trasse zwischen der Autobahn und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt die Rede (gleiches gilt analog für Sachsen-Anhalt). Andreas Beuge, Pressesprecher beim Wirtschaftsministerium in Hannover, sagte gestern jedoch, man gehe “davon aus, dass die Vorzugsvariante vollständig drin ist” – dies würde auch die Querspange beinhalten. Auch die Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp sagte gestern, es sei “so besprochen, dass es Autobahn und Querspange nur im Paket” gebe.

Allerdings: Beuge zufolge ist von einer zehn Kilometer langen Querspange auf niedersächsischem Gebiet die Rede. Von Breitenhees bis zur Landesgrenze sind es aber mindestens 19 Kilometer. Ganz offensichtlich lautet die Kardinalfrage: Verlässt man sich auf das, was Schwarz auf Weiß in den Planungsunterlagen steht – oder auf Verabredungen auf politischer Ebene?

In der Wittinger Nachbarkommune Bad Bodenteich teilt man Deekens Skepsis: Nach Angaben des stellvertretenden Verwaltungschefs Frank Juchert werden die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden sich dafür stark machen, dass auch der Abschnitt westlich der Vorzugsvarianten-A 39 in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wird. Im Isenhagener Land wurde das Problem bisher nicht diskutiert.

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