Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 19. Juni 2006

A-39-Gegner kandidieren

Ziel: Mit mehr als zehn Prozent in den Kreistag / Skepsis bei den Grünen

Von Marc Rath

Uelzen/Landkreis. Als eigenständige Wählergemeinschaft wollen Gegner der geplanten Autobahn 39 zur Kreistagswahl am 10. September antreten. An ihrer Spitze stehen mit der Dachverbandssprecherin der 33 Bürgerinitiativen gegen die A 39, Annette Niemann, und der Vorsitzenden des Schutz- und Klagefonds, Juliane Haufe, zwei der prominentesten Aktiven gegen das Straßenbauprojekt. Die Wählergemeinschaft “Keine A 39” betont indes, ihr Vorstoß erfolge unabhängig vom Dachverband der Initiativen.

“Wir werden in allen fünf Wahlbereichen mit je einem Kandidaten antreten”, kündigte Annette Niemann an. Erklärtes Ziel ist, mit mehr als zehn Prozent in den nächsten Kreistag einzuziehen. Dabei verstehen sich die Autobahngegner nicht als Initiative mit nur einem Programmpunkt. Die Stärkung wirtschaftlicher Aktivitäten der Region, Unterstützung eines sanften Tourismus und bessere Lebensbedingungen für Familien und Kinder sind weitere Punkte einer gemeinsamen Plattform, die derzeit erarbeitet wird.

Die Bündnisgrünen, die sich derzeit als einzige Partei gegen die Autobahnpläne aussprechen, sehen die Kandidatur mit Skepsis. “Das könnte uns Stimmen kosten”, fürchtet ihr Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Hans-Hermann Hoff. Die Ökopartei nominierte am Sonnabend ihre Kreistags-Kandidaten. Nach einem Einbruch in der Wählergunst 2001, als die Bündnisgrünen zwei ihrer fünf Kreistagsmandate einbüßten, hofft die Partei nunmehr, am 10. September ihre alte Stärke zu erreichen.

Annette Niemann sieht indes weniger die Grünen in ihrem Fokus. “Bei CDU und SPD gibt es viele Autobahngegner, die sich von ihren Parteien nicht vertreten fühlen. Die wollen wir ansprechen.”

Der Pressesprecher der Bürgerinitiativen, Eckehard Niemann, begrüßte den Schritt, unterstrich jedoch, dass der Dachverband strikt parteiunabhängig bleiben werde: “Wir unterstützen aber gezielt die A-39-kritischen Kandidaten aller Parteien.”

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