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Quelle: Braunschweiger Zeitung, 11. Mai 2006 A 39: Viele Trecker und viele FragenLandkreis lud zur zentralen Info-Veranstaltung nach Wittingen ein – Protest, Kritik und Lob für die AutobahnVon Barbara Benstem WITTINGEN. Wem nützt die Autobahn? Wo soll sie genau langführen? Warum werden die Bundesstraßen nicht ausgebaut? Und wer soll die A 39 überhaupt bezahlen? Um diese und viele weitere Fragen zu beantworten, hatte der Landkreis gestern Abend in die Stadthalle von Wittingen eingeladen. Gemeinsam mit Vertretern der Landesbehörde für Straßenbau und der Regierungsvertretung Lüneburg stellten sich Landrätin Marion Lau und das Kreisbauamt den Einwohnerfragen. Wie man auf die Vorzugsvariante für die A 39 gekommen sei, erklärten Annette Padberg und Heiko Lange vom Straßenbauamt. Welche Möglichkeiten den Bürgern für Einwendungen bleiben, schilderte Bernd Rczeppa den gut 250 Teilnehmern. “Sie sind aufgefordert, ihre Stellungnahmen über die Gemeinden abzugeben.” Zwei Monate Zeit schreibe der Gesetzgeber vor. “Wir haben, damit genug Zeit bleibt, einen Monat dazugegeben”, erklärte der Vertreter der Regierungsvertretung. In dem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die Einwendungen gegen die “Querspange” auch im derzeitigen Raumordnungsverfahren abgegeben werden müssen. Mit Nachdruck und Beharrlichkeit stellte das Publikum dann Fragen nach dem Kosten-Nutzen-Faktor der Autobahn. Der stehe derzeit, so hieß es vom Podium, nur für das Gesamtpaket A14/A39/Querspange fest. Der für die jetzt vorgestellte Osttrasse werde erst ermittelt, wenn die Linie feststehe. “Wem nutzt diese Autobahn, in die so viel Geld investiert wird?”, fragte eine Teilnehmerin. Die A 39 diene der Ansiedlung von Unternehmen, erläuterte Marion Lau dazu. “Zwei Firmen haben sich in Walle angesiedelt, als sie hörten, dass die Autobahn kommt”, gab die Landrätin zu bedenken. Bei der Frage, warum “dann so viele Firmen nach Osteuropa abwandern, obwohl es da keine Autobahn gibt”, wurde die Bürgerin von der Landrätin indes auf später vertröstet. Unmut herrschte beim Thema Karten- und Datenmaterial, auf dem die Berechnungen der Behörde basieren. Die Karten seien mit 10 Jahren zu alt, die Verkehrsströme würden sich künftig durch den Wegfall von Arbeitsplätzen bei VW anders darstellen, so die Kritik. Für die Autobahn brach dann ein Gastronom eine Lanze: Touristen würden in größeren Scharen in den Landkreis kommen, wenn ihre Anfahrt schneller ginge. Die A 39 sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor erklärte der Mann, der von etlichen A-39-Befürwortern in der Runde Applaus erhielt. Mit einer Treckerparade durch Wittingen und Transparenten vor der Stadthalle hatten die Gegner der A 39 die Teilnehmer des Podiums empfangen. “Die Verantwortlichen sollen sehen, dass dies keine Jubelveranstaltung ist”, erklärte Uwe Bilau (Bürgerinitiative Isenhagen). “Immer wird behauptet, 80 Prozent der Bevölkerung sind für die Autobahn. Wir werden das Gegenteil beweisen.” Der NDR will auf Hallo Niedersachsen (19.30 Uhr) über die Veranstaltung berichten. |