Quelle: Landeszeitung, 30. März 2006

Hat Ostumgehung ausgedient?

A 39-Planung: Bundesstraße 4 zwischen Adendorf und Stadtkoppel soll verschwinden

ml Lüneburg. Das Bild ist aus deutschen Ballungsgebieten bekannt: Eine Autobahn mündet in eine mehrspurige Schnellstraße, die einige Kilometer weiter wieder zur Autobahn wird. Warum also, fragen sich viele Lüneburger, verlässt die Vorzugsvariante der A 39 die Trasse der bestehenden Ostumgehung, schneidet Moorfeld vom Stadtzentrum ab?

Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt. Seit Dienstag liegt der Vorschlag der Planungsbehörde auf dem Tisch, wird heiß diskutiert, und das vor allem in Lüneburg, wo die Einschnitte am gravierendsten scheinen.

“Eine mögliche Nutzung der Ostumgehung in voller Länge ist in die Planungen einbezogen, letztlich aber verworfen worden”, erklärt Projektleiterin Annette Padberg von der Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Zwei Gründe waren ausschlaggebend: Für eine Autobahn sind die Kurvenradien der Ostumgehung zwischen den Anschlussstellen Adendorf und Stadtkoppel zu eng. “Sie hätten abgeflacht, Häuser abgerissen werden müssen”, so Padberg.

Eine Unterbrechung der Autobahn an dieser Stelle wäre zwar möglich gewesen, “doch schon jetzt haben wir dort einen Unfallschwerpunkt”, erläutert die Projektleiterin. Mit der Autobahn steige das Verkehrsaufkommen weiter, würde letztlich auch der Unfallschwerpunkt ausgebaut werden. “Deshalb haben wir uns gegen diese Möglichkeit entschieden.”

Nach den Plänen der Landesbehörde knickt die Vorzugsvariante nun vor der Kläranlage Richtung Stadt ab, führt östlich der Kläranlage, anschließend am Kloster Lüne und südlich Moorfeld vorbei und stößt auf Höhe der Anschlussstelle Stadtkoppel wieder auf die bestehende Ostumgehung. Der Teil der vierspurigen Strecke, der nicht genutzt wird, soll laut Padberg komplett zurückgebaut werden.

Auf Höhe des Gewerbegebiets Neu Hagen verlässt die Vorzugsvariante erneut die bestehende Trasse der Ostumgehung, führt weiter Richtung Südosten. “Die Bundesstraßen 4 und 216 werden in diesem Bereich an die A 39 angebunden”, sagt die Projektleiterin. Entwarnung gibt sie für den Lüneburger Flugplatz. “Diese Flächen sind von der Trassenführung nicht tangiert, der Betrieb kann ohne Einschränkungen weitergehen.”

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