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Quelle: Landeszeitung, 29. März 2006 A 39: Trasse in der Stadt umstritten – Mädge will kämpfenPritzlaff erleichtert, Dr. Porwol überrascht StadtrouteEr ist kein Autobahngegner, aber er versteht seit Dienstag die Welt nicht mehr. Und Oberbürgermeister Ulrich Mädge wird gegen diese A39-Trasse durch Lüneburg kämpfen, mit allen Mitteln, denn sie gefährde die Entwicklung der Stadt und die Lebensqualität der Bürger. Oberbürgermeister Ulrich Mädge: "Die heute vorgestellte Trassenführung ist aus Sicht der Stadt und des Oberbürgermeisters nicht akzeptabel. Es ist unglaublich, dass ein Oberzentrum wie Lüneburg durch eine neue Autobahn zerschnitten werden soll. Die wichtige städtebauliche Entwicklungsfläche Schlieffenpark wird stark beeinträchtigt. Die Trasse führt in 50 Meter Entfernung am alten Kloster Lüne vorbei, das Lüner Hölzchen wird zerschnitten, das im Rahmen des Baus der Ostumgehung mühsam als Naherholungsfläche erhalten wurde. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Kloster Lüne ein wichtiges Argument für unsere Bewerbung als Weltkulturerbe ist, dann ist diese angeblich abgewogene Fachplanung für mich absolut nicht nachvollziehbar." Die Stadt werde jetzt alles tun, um die Trasse zu verhindern. "Wir werden mit Fachargumenten dagegen halten. Die Westtrasse ist eben so raumverträglich und wirtschaftlich wie die Osttrasse, hieß es heute in der Vorstellung. Ich frage mich, wer steuert diese Fachbehörde hinsichtlich der praktischen Realisierung eines solchen Projektes. Wir wollen die A39, aber so wird sie bei den Menschen leichtsinnig aufs Spiel gesetzt." Bis zum 30. Juni soll der Rat der Stadt eine Stellungnahme zur Vorzugstrasse abgeben. "Das ist eine Zumutung: Nachdem das Land über eineinhalb Jahre gebraucht hat, um die Vorzugstrasse vorzustellen, soll die direkt betroffene Stadt Lüneburg innerhalb von drei Monaten eine sachlich fundierte Stellungnahme abgeben", so Mädge. Offensichtlich wolle das Land Druck ausüben. Generell wird die Anwaltskanzlei "Rüping, Karoff und Kollegen" aus Hannover, erfahren im Planungsrecht, die Stadt beraten. Mädge sagt auch Nein zur Vorzugsvariante, weil das Schutzgut Mensch zum Beispiel in Moorfeld oder aber auch in Neu Hagen niedriger eingestuft worden sei als "Moore, Feuchtgebiete und Trockenrasen". Erster Kreisrat Dr. Stefan Porwol: "Der Vorschlag der Planer für das Stadtgebiet Lüneburg überrascht. Im Gegensatz zu Oberbürgermeister Ulrich Mädge glaube ich, dass es für ein klares Nein zu dieser Variante noch zu früh ist. Entscheidend wird sein: Was bedeutet diese Trassenführung für Lüne und den Schlieffenpark? Dass muss jetzt sehr genau geprüft werden - im Sinne der Menschen, die dort leben." Joachim Pritzlaff, Bürgermeister von Adendorf, ist erleichtert: "Die Beeinträchtigungen für die Adendorfer halten sich im Rahmen. Doch hat mich diese Lösung sehr überrascht. Wenn es um die Belastung der Bürger geht, wäre es gerechter gewesen, die Autobahntrasse im Westen anzusiedeln. Bei möglichen Problemen auf der Autobahn, etwa Unfällen und Staus, wäre dann eine Umfahrung um Lüneburg möglich gewesen." Für Adendorf gehe es als nächstes darum, so Pritzlaff weiter, die Details der Planung zu prüfen, da die Trasse beispielsweise Radwege der Gemeinde kreuze. as/rob/ml |