Quelle: Cellesche Zeitung, 28. März 2006

Straßenbauer planen A39 im Osten

Querspange mündet in Breitenhees

Auch die geplante Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg wird Celle weitgehend links liegenlassen. Gestern legte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ihre Vorzugsvariante vor. Die liegt im Osten des Suchgebietes, nicht in der Nähe der heutigen B4. Ob die A39 da tatsächlich gebaut wird, steht frühestens im kommenden Jahr fest.

UELZEN. Frühestens 2010/11 kann der erste Spatenstich für die A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg erfolgen – „wenn wir sofortigen Vollzug hätten und nicht geklagt würde“, so sieht es Friedhelm Fischer vom Geschäftsbereich Lüneburg der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Gestern stellten die Straßenbaubehörde und die Regierungsvertretung Lüneburg in Uelzen die Vorzugsvariante für die geplante Autobahn vor. Sie sieht einen Trassenverlauf östlich der B4 vor sowie eine Querspange im Zuge der B190 von der geplanten A 14 in Sachsen-Anhalt über die B39 hinaus, die bei Breitenhees auf die B191/B4 treffen soll. Das notwendige Raumordnungsverfahren für die A39 wurde jetzt von der Regierungsvertretung eingeleitet.

Ob die gestern vorgestellte Trasse tatsächlich verwirklicht wird, entscheidet sich frühestens im kommenden Jahr. Bis zum 30. Juni haben erst einmal die so genannten Träger öffentlicher Belange Zeit für ihre Stellungnahmen, mit gut drei Monaten deutlich länger als sonst üblich, betonte Klaus Neumann, Leiter des Bereichs Landesentwicklung und Raumordnung bei der Regierungsvertretung. Behörden und Verwaltungsbeamte entlang der Strecke wurden gestern ebenfalls in Lüneburg informiert.

Nach Einarbeitung der Stellungnahme in die Planung werde es vermutlich mehrere Erörterungstermine geben. Dabei seien die weiteren Varianten immer noch im Rennen, machte Neumann deutlich. Gestern habe lediglich die Straßenbauverwaltung ihre Vorzugsvariante vorgestellt. Ende des Jahres solle das Raumordnungsverfahren abgeschlossen werden, damit 2007 das Bundesverkehrsministerium die Linienfeststellung für die A39 vornehmen kann. Dem schließe sich dann das Planfeststellungsverfahren für einzelne Abschnitte an.

Wann das heute mit 608 Millionen Euro bezifferte Projekt abgeschlossen ist, kann niemand sagen. „Es steht und fällt mit der Finanzierung und ist davon abhängig, wie schnell die Planfeststellungsverfahren durch-geführt werden können“, sagte Fischer. Die Querspange, die bei Breitenhees an die B 191 heranreicht und damit auch den Verkehr im Landkreis Celle beeinflusst, wird in Abstimmung mit Sachsen-Anhalt geplant und beim Raumordnungsverfahren mit berücksichtigt. Sachsen-Anhalt werde sein Raumordnungsverfahren zum 1. Juli 2007 einleiten, sage der stellvertretende Projektleiter Heiko Lange.

Es sei geplant, die Querspange zu bauen, wenn der entsprechende Abschnitt der A39 gebaut werde. Der Zeitpunkt sei offen und davon abhängig, ob mit dem Autobahn-Bau im Süden oder Norden begonnen werde.

Der ganze Raum zwischen Lüneburg und Wolfsburg habe sich als problematisch herausgestellt, sagte Annette Padberg, Projektleiterin für die A39. Als Knackpunkt bezeichnete sie die Anbindung der neuen Autobahn an die bestehende A250 im Stadtgebiet von Lüneburg. Die Variante, die als vorletzte bei der Abwägung herausgefallen sei, sei die Westtrasse entlang der B4 zwischen Uelzen und Gifhorn gewesen, sagte die Planerin. Die Planung entlang der B4 zwischen Lüneburg und Uelzen sei beim weiteren Verfahren raus, die zwischen Uelzen und Gifhorn noch nicht, machte Neumann denn auch deutlich.

Joachim Gries

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