Quelle: Aller-Zeitung, 22. März 2006

Regionale Auswirkungen der A 39 näher beleuchtet

(pef) „A 39 – Motor der Entwicklung?“ lautete gestern Abend das Motto einer Veranstaltung, zu der die Aktion Fischotterschutz in das Otterzentrum in Hankensbüttel geladen hatte. Die Initiatoren hatten aber nicht nur Interessierte aufgefordert, sich zu informieren, sondern auch hochkarätige Referenten dazugebeten.

„Nicht die mögliche Trasse ist heute unser Thema, sondern Sinn und Nutzen einer A 39 für die Region“, umgrenzte einführend Dr. Joachim Rutschke als Moderator die Themenstellung. Dabei gehe es darum, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen einer Autobahn im Landkreis zu beleuchten, um zu einer sachdienlichen Diskussion beizutragen. Die schloss sich an die Statements der Referenten an.

„Keine Effekte“

Mit harten Fakten wartete Prof. Dr. Peter Pez von der Universität Lüneburg auf. Für die Wirtschaft seien aus wissenschaftlicher Sicht durch den Bau „keine Effekte nachweisbar“, so Pez. Industrie richte sich eher an Lohnniveau und Subventionen aus, wenn ein Standort gewählt werde. „Die A 39 ist ein volkswirtschaftlich in Frage zu stellendes Projekt“, stellte er fest.

Hohes Einsparpotenzial

Angelika Ziegler-Schmidt vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zeigte die Nachteile des Verkehrswegebaus für Raum und Tierwelt auf, während Industrie-Logistiker Ralf Eilers an Zahlen dokumentierte, dass das Transportgewerbe im Jahr sechs Millionen Euro sparen könne, wenn die A 39 komme. Doch auch er stufe die A 14 wichtiger ein als die A 39.

Eckehard Niemann vom Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A 39 unterstrich, er sei nicht generell gegen Autobahnen, diese aber sei „unsinnig und deshalb verhinderbar“, weil sie „keine volkswirtschaftliche Bedeutung“ habe. Dr. Hans-Heinrich Krüger vom Fischotterschutz zeigte letztlich am Beispiel des Otters auf, welch starke Einflüsse Straßen auf das Leben der Wildtiere haben können.

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