Quelle: Elbe-Jeetzel-Zeitung, 13. Januar 2006

Rat: Über Autobahntrassen nicht erneut diskutieren

fk Bergen. Einen dringenden Rat hatte der Referent: Die Diskussion um die richtige Variante der Autobahnen in der Region sollte nicht noch einmal eröffnet werden. Wer das von seinem Land und Niedersachsen geschnürte Paket über den Verlauf der A 14, A 39 und der Querverbindung zwischen beiden noch einmal aufschnüre, laufe Gefahr, am Ende gar nichts zu bekommen, erklärte Dr. Hans-Joachim Gottschalk, Staatssekretär im MagdeburgerVerkehrsministerium. Adressaten seines Appells waren weit über 150 CDU-Mitglieder, die sich am Mittwoch zum jährlichen Matjes-Essen mit Politik im Bergener Schützenhaus eingefunden hatten.

Dr. Gottschalk weiß, dass es in den Reihen seiner Partei viele gibt, die noch immer die X-Variante im Autobahnverlauf vorziehen. Seiner Ansicht nach ist diese Auffassung nicht unbedingt gerechtfertigt.

Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für die A 14 von Magdeburg nach Schwerin sei unzweideutig. Der Vorteil dieser Trasse sei fünfmal höher als die Baukosten.

Doch unabhängig davon, ob die X- oder die Hosenträger-Variante für richtig gehalten wird: Wer den Autobahnbau zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region möglichst schnell haben wolle, müsse das von beiden Ländern vereinbarte Paket akzeptieren, meinte der Staatssekretär. Unterstützung erhielt er vom ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Kurt-Dieter Grill. Wenn man die Schlacht nicht verlieren wolle, müsse man sich mit dem abfinden, was auf dem Tisch liegt.

Jede neue Diskussion würde in anderen Teilen Deutschlands Begehrlichkeiten nach den knappen Mitteln für den Verkehrswegebau wecken, erklärte Dr. Gottschalk. Das Motto würde dann lauten, es gebe in Sachen A 14 und A 39 offenbar noch Diskussionsbedarf.

Ohnehin werde die Fertigstellung der Autobahnen noch lange dauern. Am weitesten fortgeschritten ist das Genehmigungsverfahren für die A 14. Doch auch die sei nicht vor 2015 fertig. Noch weiter zurück liegen die Planungen für die A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg. Der Staatssekretär aus dem Nachbarland forderte Niedersachsen auf, den Bau dieser Strecke nicht von dem der Küstenautobahn abhängig zu machen.

Außerdem müsse Niedersachsen endlich sagen, wo die Anschlussstelle für die Querverbindung liegen solle. Nur dann könne man mit den Planungen für diese Strecke, die in der Nähe von Salzwedel von Ost nach West verlaufen soll, weiterkommen. Die CDU-Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock sieht dies umgekehrt: Erst wenn Sachsen-Anhalt etwas über den geplanten Verlauf sagt, könne man in Niedersachsen über Anschlussstellen reden.

Für Kurt-Dieter Grill ist die Frage bereits beantwortet. Einzig sinnvoller Anschlusspunkt sei Breitenhees. Doch ob die als B 190 n bezeichnete neue Bundesstraße überhaupt bis zur B 4 verläuft, ist völlig offen. Gegenstand des verabredeten Pakets ist das nach Angaben des Staatssekretärs nicht. Da geht es nur um die Verbindung der beiden Autobahnen.

Der Gast aus Magdeburg forderte die CDU-Mitglieder aus üchow-Dannenberg, Uelzen und der Altmark auf, nicht die falsche Alternative Bildung oder Beton zu diskutieren. Wirtschaftliche Entwicklungen verliefen nun mal entlang von »Bändern». Dies könnten nach Lage der Dinge die Autobahnen sein. Die hätten außer wirtschaftliche Auswirkungen auch den Vorteil geringerer Unfallhäufigkeit und Entlastung von Ortsdurchfahrten.

Das CDU-Treffen in Bergen ist nach seinem viertel Mal von den Parteimitgliedern offenkundig als Tradition akzeptiert. Am Mittwoch reichten die Plätze nicht für den Ansturm auf sommerliche Matjes im winterlich geheizten Saal.

www.elbe-jeetzel-zeitung.de