Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 10. Dezember 2005

Stirbt die Bromer Umgehung?

Autobahngegner informieren in Tülau

hip Tülau. Besucher, die eine Fülle von zuverlässigen Nachrichten zur geplanten Autobahn 39 (Lüneburg-Wolfsburg) erwartete, wurden Donnerstagabend in Tülau enttäuscht. Im Saal des dortigen Gasthauses Weise informierten die Autobahngegner – die Bürgerinitiative Bromer Land.

Und die bediente sich prominenter Schützenhilfe aus Bienenbüttel. Eckehard Niemann, einer der Sprecher der 30 Bürgerinitiativen zwischen Lüneburg und Wolfsburg, stand dem interessierten Publikum – schätzungsweise 150 Interessierte hatten sich “Zur grünen Eiche” eingefunden – Rede und Antwort. “Die Autobahn ist das Feigenblatt derjenigen, denen sonst nichts für die Region einfällt”, “die Hoffnung auf die Autobahn setzt den Grips außer Kraft” und “viel Spaß beim Verhindern der A 39” – es waren die bekannten Zitate des selbst ernannten Streiters gegen die “Nonsens-Autobahn”.

Doch seine Thesen stießen auf Gehör. Eine Schnellstraße ziehe kaum neue Firmen an, sie verursache lediglich einen Drainage-Effekt. Volkswagen und Glunz bräuchten die A 39 ebenso nicht. Sie sei ein Produkt von Lobbyisten wie Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Uhl, so der Bienenbütteler. Der angezählte SPD-Mann aus Velpke hatte unlängst erklärt, dass Pendler – davon gibt es wie Landwirte auch Hunderte im ländlichen Raum – die Autobahn bräuchten. Erneut warb Niemann für den Ausbau vorhandener Bundesstraßen und den Bau von Ortsumgehungen. Letztere stellte Martin Zenk von der Bromer BI im Bereich der B 248 sogar schon in Frage. “Mit der Autobahn stirbt die Bromer Umgehung”, sagte der Tülauer zum Erstaunen vieler und skizzierte ein Szenario, das vielen Gästen ganz und gar nicht schmecken wollte.

Allenfalls drei Autobahnabfahrten zwischen Wolfsburg und Wittingen, Lkw, die weiter über die Dörfer zu Glunz rollen, und Parsauer und Bromer, die bei Westwind vor lauter Autobahnlärm und Gestank ihre Fenster nicht mehr öffnen können. Ganz gleich ob links oder rechts an der Teststrecke vorbei – Balsam für die Seele muss für die Zuhörer der weitere Zeitplan gewesen sein. Die BI rechnet nicht vor 2010/2015 mit einem Baubeginn und scheint wild entschlossen, wenn es sein muss, bis nach Brüssel zu ziehen und das Projekt gänzlich zu kippen.

60 000 Euro sind bereits im Schutz- und Klagefonds.

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