Quelle: Landeszeitung, 6. Dezember 2005

“Probleme sind hausgemacht”

Bürgermeister weist Verantwortung Reppenstedts für hohes Verkehrsaufkommen in der Stadt Lüneburg zurück

stb Reppenstedt. Klaus Olshof ist sauer. „Die Gemeinde Reppenstedt ist erzürnt über Aussagen, die uns für die Verkehrsbelastung in der Stadt Lüneburg verantwortlich machen“, kommentiert der Bürgermeister von Reppenstedt Äußerungen des Oberbürgermeisters der Stadt Lüneburg, Ulrich Mädge. Dieser, so Olshof, habe mehrmals im Zusammenhang mit der Gründung der Bürgerinitiative (BI) „Lüneburg-Süd-West“, Stellung zur Verkehrslage im Westen bezogen – und damit gegen Reppenstedt.

Während die BI von der Stadt ein neues Verkehrskonzept fordert, zieht Mädge Grenzen: „Manche Probleme, wie die fließenden Verkehre aus Richtung Reppenstedt, wie sie die neue Bürgerinitiative anprangert, lassen sich jedoch nicht lösen.“

Olshof schimpft: „Reppenstedt ist nicht der Sündenbock oder Prügelknabe für verfehlte Bau- und Verkehrspolitik in der Stadt.“ Das hohe Verkehrsaufkommen und die Verkehrsstr öme wie im Bereich Auf der Höhe in Lüneburg seien hausgemachte Probleme und absehbar gewesen, spielt Reppenstedts Bürgermeister auf die Ausweisung der Neubaugebiete Schaperdrift/Teufelsküche in unmittelbarer Nähe zu Auf der Höhe an.

Dass dort ein Nadelöhr entstanden sei, „ist die Folge daraus, weil es für die Anwohner der Neubaugebiete über den Schnellenberger Weg in Reppenstedt und die Landesstraße 216 schneller in die Innenstadt geht – beispielsweise zur Parkpalette am Rathaus“, behauptet Olshof. Das wiederum führe dazu, „dass die Anlieger am Schnellenberger Weg derzeit über Gebühr durch den Verkehr aus dem Westen Lüneburgs belastet sind“, sagt er.

Einen Ausweg hat Olshof für die Misere parat. Er meint, die schon lange geplante und auch im Ort kontrovers diskutierte Ortskernentlastungsstraße (OKE) für Reppenstedt könne eine Entspannung der Situation bringen. Mit dem Anschluss der Straße nahe des Schnellenberger Weges, „wird der Verkehr einerseits aus Reppenstedt herausgezogen, andererseits werden die Anlieger Auf der Höhe in Lüneburg und am Schnellenberger Weg in Reppenstedt entlastet – mit einer OKE geht es vom Lüneburger Westen über Reppenstedt noch schneller in die Innenstadt“, so Olshof.

Allerdings hat die Sache einen Haken. „Die Stadt klagt gegen den Bau der OKE vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg. Eine außergerichtliche Einigung ist gescheitert.“ Laut Olshof zweifle die Stadt das Verkehrsgutachten für die Entlastungsstraße an.

Das bestätigt Jörg Strauch von der Pressestelle der Stadt Lüneburg. „Wir hinterfragen, wie das Verkehrsgutachten erstellt wurde und welche Annahmen diesem zu Grunde liegen“, erläutert Strauch. Geklärt werden müsse, ob eine Ortskernentlastungsstraße in Reppenstedt den Verkehr in die Stadt verlagere, sagt er.

Wann das Verwaltungsgericht sich mit dieser Frage befasst, ist noch offen.

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