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Quelle: Landeszeitung, 15. Oktober 2005 Widerstand im Norden wächstBürgerversammlung in Scharnebeck – Mädge und Dubber fordern neue Untersuchungenml Lüneburg/Scharnebeck. Ein eisiger Wind bläst derzeit den Planern der Autobahn 39 ins Gesicht. In der Samtgemeinde Scharnebeck wächst der Widerstand gegen die Nordvariante. Und Kritik kommt auch von Bürgermeistern. Tenor: Es wird nicht untersucht, was untersucht werden müsste. Der Absatz der Grundstücke im Neubaugebiet “Boltersen Süd” stagniert, Käufer wollen von ihrem Vertrag zurücktreten. “Die Diskussion über die Nordvariante wirkt sich schon jetzt negativ aus”, sagte Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Karl Tödter am Donnerstagabend im Veranstaltungscentrum. Rund 250 Besucher informierten sich über den den Planungsstand zur A 39. Die Untersuchung der zusätzlichen Variante stößt nicht nur bei Anwohnern auf Widerstand. Auch die Hauptverwaltungsbeamten im Landkreis Lüneburg kritisieren die Entscheidung des Verkehrsministeriums in Hannover (siehe unten). Dieses hatte Ende August die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr angewiesen, die Nordvariante in die Planungen einzubeziehen. Zwar hatten die Planer den Raum voruntersucht, aus fachlichen Gründen jedoch ausgeschlossen. Die nun anstehenden Schritte erläuterte die stellvertretende Behördenleiterin, Annette Padberg. Die vorgeschlagene Trasse verläuft von der Anschlussstelle Handorf der A 250 nördlich von Bardowick vorbei an Brietlingen, Scharnebeck, Rullstorf sowie Boltersen und knüpft bei Holzen an die bisherige Planung an. “Sie ist eine von derzeit 86 Varianten. Bislang wird keine bevorzugt oder ausgeschlossen”, so Padberg. Ziel der Behörde ist ein qualifizierter Vergleich mit der benachbarten Ostvariante, die zwischen Ebensberg und Erbstorf verläuft. Dazu fordert die Behörde für die nördliche Strecke von den betroffenen Gemeinden Daten über Siedlungsentwicklungsflächen wie Baugebiete ab, gibt eine FFH-Verträglichkeitsprüfung für das Schutzgebiet Luhe und Untere Ilmenau in Auftrag und lässt die verkehrliche Entwicklung von einem Gutachter abschätzen. Den Vergleich nennt Padberg “ergebnisoffen” und ergänzt: “Erweist sich die Nordvariante als Präferenztrasse, sind weitere Untersuchungen erforderlich.” Unter anderem müsste eine Umweltverträglichkeitsprüfung der Stufe zwei durchgeführt werden, bei der auch die Räume von Brutvögeln und Amphibien kartiert werden. Die Folge wäre eine Verzögerung “von einem Jahr”, schätzt Padberg. Die Vorgabe des Ministeriums, den Zeitplan (siehe unten) einzuhalten, kann dann nicht gehalten werden. Als problematisch bei der Nordvariante wertet die Landesbehörde den Bau zweier Brücken von 500 und 1200 Meter Länge sowie die im Vergleich zur Ebensberg-Variante um zehn Kilometer längere Streckenführung. Nach derzeitigem Stand ergibt sich für die Planung der Autobahn 39 der unten stehende Zeitplan. Dieser verzögert sich um ein Jahr, wenn die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Nordvariante vertiefend untersucht.
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