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Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 20. August 2005 “Neues Denken ist noch nicht erkennbar”Die Autobahn 39 ist weiter ein heißes Eisen“Trete weiter für die A 39 ein” (AZ 16. August) — Walter Plagge, Weste: Als die Grenze noch bestand und der kalte Krieg zwischen Ost und West herrschte, wurde keine Autobahn im Zonengebiet gebaut. Ein Teil des Landkreises galt aus militärischer Sicht als erstes Kampfgebiet bei einem eventuellen Angriff vom Osten. Der Elbe-Seitenkanal, er wurde auch “Pleitekanal” genannt, wurde von militärischer Seite als Bollwerk gesehen. Dies bewiesen die Panzersperren vor der Brücke und Unterführungen. Gleich nach der Öffnung der Grenze mit dem erhöhten Warenaustausch wäre eine Autobahn eventuell für diesen Landkreis zweckmäßig gewesen, zumal man zu dieser Zeit noch mit Industrieansiedlungen hätte rechnen können. In den letzten zehn Jahren haben sich die Lebensgrundlagen in Deutschland sehr verändert: Abwanderung von Firmen nach Osteuropa (Billiglohnländer), Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Maschinen und Automaten z.B. bei der Bundesbahn, der Post, den Banken und der Industrie. Durch diesen Umwandlungsprozess haben wir inzwischen über fünf Millionen Arbeitslose mit ihren Partnern und Kindern. Nun behaupten die meisten Politiker im Landkreis Uelzen, dass mit dem Bau einer Autobahn Arbeitsplätze in der hiesigen Region entstünden und damit alles viel besser werden würde. Das Allheilmittel Autobahn hat sicherlich für eine “blühende” Industriegesellschaft gestimmt, doch diese existiert nicht mehr. Sie befindet sich in einem Wandlungsprozess zur Wissenschafts- und Dienstleistungsgesellschaft. Dieses neue Denken und Planen ist leider bei vielen Politikern noch nicht zu erkennen. Der Landkreis Uelzen bietet die idealen Voraussetzungen für einen anderen Weg: Landwirtschaft, Tourismus und die intelligente Schaffung von kleinen Spezialfirmen wie z.B. in Suderburg. Sie können eine Lebensgrundlage für die nachwachsende Generation sein. Sehen sie dieses Zeichen, Herr Struck! Eine Autobahn bringt Zerstörung von Natur und Landwirtschaft, Lärm, erhöhte Umweltgifte und erhöhte Kriminalität. Entsprechende Ortsumgehungen und Schallschutzmaßnahmen für die stark befahrenen Straßen im Landkreis helfen vielen Bürgen eher. Es werden viele Millionen Euro gespart, die für Bildung und neue Arbeitsplatzformen zweckmäßiger eingesetzt werden können. |