Quelle: Landeszeitung, 19. August 2005

Vorsichtige Blicke gen Osten

Entscheidung über Suchraum-Erweiterung für Autobahn 39 steht offenbar kurz bevor

ml Lüneburg. Immer schon gab es Menschen, die mehr wussten als andere: Bernd Althusmann ist offenbar einer von ihnen. “Der Suchraum für die geplante Autobahn 39 wird nach Nordosten erweitert, dem Wunsch von Stadt und Landkreis Lüneburg entsprochen”, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag gestern gegenüber der Landeszeitung.

Die Suchraumerweiterung ist für Althusmann das Ergebnis eines Gespräches am vergangenen Dienstag im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in Hannover. Teilnehmer waren: Staatssekretär Joachim Werren, Lüneburgs Landrat Franz Fietz, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus der Region. “Am Ende hat der Staatssekretär der Landesbehörde definitiv den Auftrag erteilt, den Suchraum zu erweitern”, berichtet Althusmann.

Andere Beteiligte bestätigen diese Aussage allerdings nicht. Der stellvertretende Projektleiter A 39 bei der Landesbehörde für Straßenbau, Heiko Lange, winkt gleich ab: “Kein Kommentar. Von einer Entscheidung weiß ich nichts.” Auch im Ministerium halten sich die Verantwortlichen bedeckt. “Ein konstruktives Gespräch hat es gegeben”, bestätigt Sprecher Andreas Krischat, schränkt jedoch sofort ein: “Aber derzeit wird noch geprüft, ob der Suchraum erweitert wird.” Klar sei lediglich, dass es keine weiteren Verzögerungen bei der Planung der A 39 geben dürfe.

Und auch Ulrich Mädge ist vom Beschluss nichts bekannt: “Der Staatssekretär hat nur gesagt, er werde unseren Wunsch aufnehmen und prüfen.” Gleichzeitig sei er aber guter Hoffnung, dass Hannover dem Lüneburger Anliegen entspreche. “Wenn wir uns durchsetzen, ist das gut, letztlich bleibt es aber eine Landes- und keine Kommunalentscheidung.”

Somit steht Althusmann mit seiner Aussage zunächst allein auf weiter Flur. Doch Krischat verweist auch auf einen Besuch von Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche am kommenden Donnerstag, 25. August, bei der Molda in Dahlenburg. “Dann wird es auch ein Gespräch zum Thema A 39 geben”, kündigt der Pressesprecher vieldeutig an.

Bislang lehnt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Ausdehnung des Suchraumes nach Norden und Osten ab. Aus Sicht von Leiter Friedhelm Fischer sprechen sowohl naturschutzrechtliche als auch Kostengründe dagegen – vor allem, weil die Strecke länger würde und der Elbe-Seitenkanal überquert werden müsste.

Der Landkreis Lüneburg hingegen wünscht sich eine östlichere Trasse für den strukturschwachen Raum um Dahlenburger, während die Lüneburger das “Schutzgut Mensch” in die Waagschale werfen. Und auch Althusmann sagt: “Es kann nicht sein, dass der Faktor Umwelt höher bewertet wird.”

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