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Quelle: Volksstimme, 30. Mai 2005 “Wir sind die Verlierer einer verfehlten Verkehrspolitik”Kakerbecker gründen Bürgerinitiative „Pro Leben an der B 71“Von Antje Mewes Seit Donnerstagabend gibt es die Bürgerinitiative (BI) „Pro Leben an der B 71“ in Kakerbeck. 32 Bürger bekundeten während der Gründungsversammlung ihre Breitschaft, sich für die Ziele der BI einzusetzen. Die bestehen in erster Linie darin, auf die „unhaltbare Verkehrssituation“ auf der B 71 aufmerksam zu machen und sie mit verschiedenen Maßnahmen zu entschärfen. Kakerbeck. „Wir sind die Verlierer einer verfehlten Verkehrspolitik in unserer Region“, hatte Steffen Lötge aus Kakerbeck auf die erste Folie geschrieben, mit der er als Mitinitiator der BI an dem Abend in das Thema einführte. In besonders hohem Maß würden die Anwohner der B 71 durch den Lkw-Verkehr belastet. Und gegen ihn richten sich auch die meisten Maßnahmen, mit denen die BI das Leben an der Verkehrsader wieder lebenswerter gestalten will. Dazu gehören als kurzfristige Lösungen eine Verkehrberuhigung durch Geschwindigkeitsbegrenzungen, ein Nachtfahrverbot für Lkw und mehr Überwege in der Ortslage. Außerdem fordert die BI Instandsetzungsmaßnahmen für die Straße. „Wir müssen es schaffen, dass die B 71 unattraktiv für den Schwerlast- und Transitverkehr wird“, sagte Lötge. Bisher sei und bleibe sie nun einmal die kürzeste Verbindung zwischen Magdeburg und Hamburg. Das ändere sich auch durch eine Maut für Bundesstraßen nicht. Vielmehr werde das Verkehrsaufkommen zwischen den Ballungsräumen Halle und Hamburg noch steigen, waren sich die Anwesenden sicher. Mittelfristig strebt die BI deshalb einen bedarfsgerechten Ausbau der B 71 mit Umgehungsstraßen für die Dörfer an. Um ihren Forderungen Gehör zu verleihen, will die BI auch die „politische Schiene“ nutzen, erklärte Lötge. So sind alle Räte der Anliegergemeinden gebeten, einen Beschluss „zur Feststellung der unhaltbaren Verkehrssituation, hervorgerufen durch den Schwerlasttransport auf der B 71“ zu fassen. Weiterhin soll das Thema in den Kreistag eingebracht und auch bei Landesund Bundespolitikern vorgesprochen werden. Parallel dazu will die BI angemeldete Demonstrationen und Plakataktionen starten. So könne er sich einen Autokorso zwischen Mahlsdorf und Letzlingen vorstellen, so Lötge. Das Ganze müsse aber gut durchorganisiert sein. Von spontanen und illegalen Aktionen sei abzuraten. Der Kakerbecker Michael Rieke hatte zuvor vorgeschlagen, am Kindertag die Knirpse der Kindertagesstätte auf die Straße zu schicken. Sein Ansinnen wurde als nicht machbar abgelehnt. Auch das zuvor ins Feld geführte Parken größerer Fahrzeuge an der Ortsdurchfahrt bringe außer Strafmandaten nicht viel, erklärte Peter Neudeck, Ortsbürgermeister von Mahlsdorf. Diese leidvollen Erfahrungen hätten die Mahlsdorfer hinter sich. Letzlingens Bürgermeisterin Regina Lessing bremste außerdem den Optimismus, was das kurzfristige Einrichten von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überwegen anbelangt: „Wir haben nicht einmal einen Überweg an der Kita bekommen“. Sie plädierte dafür, dass die Räte der Anliegergemeinden ihre Kräfte auf der politischen Ebene bündeln. Die BI dagegen könne mit den Aktionen im gesetzlichen Rahmen auf sich und das Problem aufmerksam machen. Wichtig sei, dass alle Kommunen, „am besten von Weferlingen bis Lüneburg“ sich gegen die Situation wehren. Nur mit geballter Kraft und dem Rückhalt der Region sei etwas zu erreichen. |