Quelle: Aller-Zeitung, 17. April 2005

Von Autobahnen, Schulden und Niedersachsen-Rössern

(rtm) Eine Reise nach Gifhorn lohnt sich. Diese Erfahrung hat am Wochenende auch Dr. Philipp Rösler gemacht, der Chef der FDP-Landtagsfraktion. Denn er nahm viel vom Kreisparteitag der Gifhorner FDP mit nach Hannover: Breite Zustimmung für die A 39, gute Ratschläge zum Schuldenabbau und Ermunterung zur weiteren konsequenten Entbürokratisierung.

Die A 39 ist auf dem Weg, und über ihren Sinn sieht sich die FDP sogar mit der Bundesregierung einig. Mehr Gesprächsstoff bot die Energiepolitik. Adolf Bannier schüttelte den Kopf, als Rösler referierte, wie angesehen deutsche Technik in China ist. 37 Kernkraftwerke wolle das Reich der Mitte errichten – bloß keine deutschen, das wäre zu unsicher.

„Wir sehen, wie unser Know how nicht mehr gefragt ist.“ Nicht nur für Rösler ein Alarmsignal und ein Zeichen dafür, dass Deutschland die Kernforschung nicht aus dem Auge verlieren dürfe. „Wir müssen in allen Bereichen forschen.“ Wobei er regenerative Energie nicht ausnahm. Sie ist ihm sympathisch, wenn sie Markttauglichkeit beweist.

Wenn das Land weiter jedes Jahr 350 Millionen Euro Schulden abbaut, ist es in 200 Jahren fertig. Ein Gifhorner hatte die Idee, das zu beschleunigen. Für die alten Kredite zahle das Land mehr als fünf Prozent Zinsen. Da kämen sogar Privathaushalte mit neuen Krediten besser weg. Rösler konnte ihm versichern: „Die Umschuldung haben wir fest im Auge.“

Als Kommunalpolitiker beklagte Otto Prüßner Ungleichbehandlung der Region Braunschweig bei der Finanzierung der Regiostadtbahn. Als Vorsitzender des Kyffhäuser-Landesverbandes kritisierte er, nicht mehr das Niedersachsenross im Vereinswappen tragen zu dürfen. Nach 40 Jahren sei es dem Land im Internet aufgefallen, dass die Kyffhäuser sich mit dem Pferd schmückten. Doch Rösler hat durchaus Verständnis für die strengen Beamten: „Es ist nunmal ein Hoheitszeichen. Da muss man vorsichtig sein.“

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