Quelle: Wolfsburger Nachrichten, 6. April 2005

A-39-Protest geht weiter

Schilderstreit von Tiddische beigelegt – Entscheidung zur Trasse ab diesem Herbst

Von Barbara Benstem

TIDDISCHE. Keinesfalls geschlagen geben wollen sich die A-39-Gegner von Tiddische: Am 21. April werden sie zwischen Parsau und Bergfeld vier Kreuze aufstellen – für Mensch, Tier, Umwelt und Erde.

“Das Ganze wird zum internationalen Tag der Erde geschehen”, erklärte Hildegard Stünkel, die mit riesigen Plakaten vor ihrem Haus gegen die A 39 protestiert. “Die Autobahn ist völlig überflüssig, vor unserer Tür und anderswo. Sie ist reine Geldverschwendung und eine Bedrohung für Mensch und Natur.”

Es gelte die Menschen im Landkreis weiter gegen den Bau zu mobilisieren, erklärte die Bürgerin von Tiddische. “Das ist allerdings sehr schwer, denn viele wollen ihre Meinung dazu nicht kundtun.”

Einen Zwist um ihre Schilder vor der Tür sieht Hildegard Stünkel für sich entschieden: Das Straßenbauamt Wolfenbüttel hatte ihr untersagt, die großflächigen Protestplakate und Transparente an der Bundesstraße vor ihrer Tür zu positionieren. Sie seien gefährliche Ablenkung für Autofahrer und müssten im Mindestabstand von 20 Metern zur Straße aufgestellt werden. Eine Anzeige stand im Raum. “Ich habe ihnen gesagt, dass einige Meter weiter auf dem Feld Werbetafeln der Sparkasse stehen. Die können und sollen ja auch eine Ablenkung für die Verkehrsteilnehmer sein.” Die Wolfenbütteler Behörde lenkte ein, der Schilderstreit ging dann aus wie das “Hornberger Schießen”: Beide, die Sparkasse und Bürgerin Stünkel mussten Transparente und Tafeln versetzen. Nun stehen sie in gebührendem Sicherheitsabstand 20 Meter von der Straße entfernt auf dem Felde. “Aus der Entfernung kann man sie sowieso besser sehen. Die Schrift ist groß genug und die Autofahrer können alles in Ruhe lesen”, ist’s die A-39-Gegnerin damit zufrieden.

Bislang ist die unübersehbare Plakataktion in Tiddische die einzige ihrer Art im Umkreis. Das kann sich allerdings bald ändern wenn die Trassenführung feststeht. In der zweiten Jahreshälfte will die Lüneburger Planungsbehörde die Bevölkerung darüber informieren, welche der vier Varianten den Zuschlag bekommen soll.

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