Quelle: Wolfsburger Nachrichten, 15. März 2005

A 39: Warten auf Trassenbeschluss

Autobahnweiterbau: Die Landesbehörde hält sich bei der Festlegung der Linienführung noch bedeckt – Proteste

Von Barbara Benstem

GIFHORN/LÜNEBURG. Mit Spannung erwarten die Menschen im Landkreis Gifhorn die Bekanntgabe der künftigen Trasse für die A 39. “Alles ist offen”, unterstreicht man bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg unterdessen. Jede der vier vorgeschlagenen Varianten werde im Festlegungsverfahren gleichberechtigt behandelt, heißt es dort.

Planerin Annette Padberg: “Die Untersuchungen für die Korridore laufen noch. Sobald die Festlegung auf eine Trasse erfolgt ist, wird die Entscheidung der Bevölkerung mitgeteilt. Das wird im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen geschehen und frühestens im Mai sein.”

Vier Vorschläge für die Verbindung Wolfsburg – Lüneburg werden von der Landesbehörde akribisch auf Umweltverträglichkeit, Verkehrsaufkommen und demografische Voraussetzungen geprüft: Korridor 1 führt an Brome vorbei, durch Sachsen-Anhalt hindurch in Richtung Norden. Die Korridore zwei und drei würden am VW-Testgelände Ehra-Lessien westlich oder östlich vorbeiführen. Die vierte Variante könnte, so die Autobahnplaner, bei Gifhorn im Korridor der B 4 Richtung in Lüneburg verlaufen.

Es gebe eine Reihe von Protesten aus der Bevölkerung, räumte Annette Padberg ein. “Das ist aber überall so, wo eine Autobahn gebaut wird. Hier handelt es sich um etwa 100 Autobahnkilometer. Wir nehmen alle Einwendungen ernst. Oftmals besteht bei den Bürgern, die protestieren, aber auch nur eine vermeindliche Betroffenheit, die sich dann, wenn die Autobahn da ist, schnell wieder legt”, so die Vertreterin der Landesbehörde über Erfahrungen, die in anderen Teilen der Republik bislang gemacht worden seien. Der Autobahnweiterbau im Landkreis Gifhorn sei in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen, erinnert Annette Padberg zudem. “Und Schwerlastverkehr beispielsweise gehört nun mal auf die Autobahn. Für die Dörfer im Landkreis Gifhorn würde die Entlastung vom LKW-Verkehr in jedem Fall viele Vorteile bringen.”

Ab dem Planfeststellungsverfahren haben die Gegner der Autobahn dann auch die Möglichkeit zur Klage. (Der Planfeststellungsbeschluss stellt für die Landesbehörde die Baugenehmigung dar). Gut 30 Bürgerinitiativen gegen die A 39 gibt es in der Region – um die Verhinderung des Projekts vor der eigenen Haustür oder die grundsätzliche Kritik am Autobahnbau geht es ihnen.

Die Kosten für einen vierspurigen Kilometer Autobahn betragen etwa sechs Millionen Euro. Die Hoffnungen der Gegner ruhen unter anderem darauf, dass dem Bund ohnehin bald das Geld zum Autobahnbau fehlen wird.

Die Lüneburger Planer gehen davon aus, dass der erste Spatenstich fürs Projekt im Jahr 2009/2010 erfolgt.

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