Quelle: Landeszeitung, 12. März 2005

Melbecker haben Verkehr im Visier

B 4-Initiative plant eine Verkehrszählung

kre Melbeck. An frühere Zeiten erinnert sich Ulrich Hasenpusch gerne: “Da haben wir sonnabends auf der Bundestraße 4 in den Abendstunden Federball gespielt”, sinniert der Melbecker: “Und wenn tatsächlich mal ein Auto kam, dann sind wir eben kurz zur Seite, danach ging's weiter”. Rund 40 Jahre ist das her, und Hasenpusch muss heute schon froh sein, wenn er gefahrlos von seinem Grundstück auf die Bundesstraße kommt. Der Melbecker macht sich deshalb stark für die Entlastung der Ortsdurchfahrt – genauso, wie die anderen Mitglieder der “Initiative B 4”.

Knapp 20 000 Pkw, Lkw und Sattelzüge, so haben die Verkehrsexperten des Straßenbauamtes vor fünf Jahren ermittelt, quälen sich tagtäglich durch den Ort. Inzwischen dürfte der Verkehr sogar noch zugenommen haben. “Vor allem auch nachts ist der Lkw-Verkehr unerträglich geworden”, klagt Anwohner Hasenpusch.

Deshalb planen die Mitglieder der “Initiative B 4” jetzt ihre eigene Zählung: “Wir werden 24 Stunden lang den Verkehr auf der Bundesstraße messen”, kündigen Hasenpusch und seine Mitstreiter Klaus Hübner und Kurt-Wilhelm Drewes an.

Stattfinden soll diese Aktion von Donnerstag, 7. April, auf Freitag, 8. April: “Mit Handmesszählern werden wir den Verkehr in beiden Richtungen registrieren und dabei auch zwischen Motorrädern, Pkw, Lkw und Bussen unterscheiden”, erklärt Hübner.

Das Besondere an dieser Aktion: Gemeinhin werde bei Verkehrszählungen nur zu bestimmten Stunden gezählt, danach die Zahlen zu einem Gesamtergebnis hochgerechnet. Die Melbecker Initiative wird aber über den kompletten Zeitraum von 24 Stunden in Höhe des Feuerwehrhauses den Verkehr im Auge behalten, um ein absolut realistisches Ergebnis zu erhalten.

Zahlen, mit denen dann Klaus Hübner und seine Mitstreiter ihre Forderung nach einer Entlastung der Ortsdurchfahrt bekräftigen wollen. Ob dieses Vorhaben letztlich durch den Bau einer Ortsumgehung oder die Realisierung der A 39 erreicht wird, beurteilt Klaus Hübner ganz pragmatisch: “Ich denke, mit dem Bau der Autobahn hätten wir deutlich größere Chancen, das Verkehrsproblem zu lösen.” Auch mit Blick auf die anderen Ortschaften entlang der B 4: “Wenn jede einzelne Gemeinde ihre eigene Umgehung bekäme, würde das auch die Landschaft zerstören”, entgegnen Hübner und Drewes den Autobahn-Gegnern.

Auf eine mögliche Trassenführung für die A 39 – ob im Westen oder doch lieber im Osten des Landkreises – wollen sich die Melbecker nicht festlegen. “Da lassen wir uns auf keine Diskussion ein”, wehrt Hübner ab.

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