Quelle: Landeszeitung, 4. Februar 2005

Die A 39 wird konkreter

Planer legen Anfang Mai zwei Varianten möglicher Autobahn-Trassen vor

seb Lüneburg. Anfang Mai legen die Planer des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr zwei mögliche Trassenverläufe für die A 39 vor. Bereits jetzt steht fest: Die Autobahn könnte sowohl westlich als auch östlich an Lüneburg vorbeiführen.

“Wir gehen mit beiden Varianten ins Raumordnungsverfahren, werden allerdings eine Variante favorisieren”, sagt der für die Planung verantwortliche Friedhelm Fischer. Noch werten die Experten des früheren Straßenbauamtes die verschiedenen Studien beispielsweise über Umweltverträglichkeit und die Verkehrsbelastungen im Planungsgebiet aus. Die umstrittene A 39 soll Lüneburg und Wolfsburg auf einer Strecke von etwa 120 Kilometern verbinden.

Es bleibt bei zwei Varianten für die A 39

Planer legen Anfang Mai neue Entwürfe vor

seb Lüneburg. Die Planungen für die Autobahn 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg sind in der heißen Phase. Anfang Mai wird das ehemalige Straßenverkehrsamt (jetzt Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Außenstelle Lüneburg) zwei mögliche Linienführungen für die Trassen vorstellen. Die LZ sprach mit Behördenleiter Friedhelm Fischer über den Stand der Dinge.

Führt die geplante Autobahn westlich oder östlich an Lüneburg vorbei? Diese Frage wird auch im Mai nicht beantwortet werden, denn, so Fischer: “Ich glaube nicht, dass nach Abschluss unserer Untersuchungen eine Variante ausscheidet. Wir werden sicher mit beiden Möglichkeiten ins anschließende Raumordnungsverfahren gehen, wobei wir eine favorisieren werden.”

Doch soweit ist es noch nicht. Derzeit warten die Planer auf einen überarbeiteten Zwischenbericht zur Verkehrsuntersuchung. “Es gibt neue, bundesweite Strukturdaten, die wir einarbeiten.” Dabei geht es, so Fischer, vor allem um die Querspange, die die A 39 mit der A 14 (Magdeburg-Schwerin) verbindet. Die Verkehrsuntersuchung beleuchtet im Planungsraum mögliche Verkehrsbe- und entlastungen, Veränderungen der Verkehrsströme und ihre Auswirkungen beispielsweise auf die Bundesstraßen.

Abgeschlossen ist die so genannte Umweltverträglichkeits-Studie. Sie beinhaltet eine Biotopkartierung mit einer entsprechenden Flächenbewertung sowie die genau Analyse des Wohnumfeldes. Fischer: “Der Vorwurf, wir würden uns nicht um die Belange der dort lebenden Menschen kümmern, ist falsch. Gerade dieser Aspekt wird sehr genau untersucht.”

Parallel wird bereits die “Rast-Kartierung” der Zugvögel erstellt, die zeigt, wo die Tiere auf ihrem Weg gen Süden beziehungsweise auf dem Rückweg gen Norden Station machen. Und im Blick der Planer sind etwa 20 FFH-Gebiete, also nach EU-Recht ausgewiesene Schutzgebiete. Fischer: “Hier sind wir im Gespräch mit den Fachbehörden, untersuchen unter anderem Gewässerquerungen unter der Fragestellung: Was wäre, wenn hier eine Autobahn verlaufen würde?”

In einer ersten Zwischenbilanz kommt Fischer zu dem Schluss: “Der Korridor, den wir 2004 vorgestellt haben, war richtig gewählt. In diesem Suchraum werden die beiden Trassen-Linien verlaufen.” Damit ist die unter anderem vom Landkreis Lüneburg ins Gespräch gebrachte Ausdehnung bis nach Lüchow-Dannenberg vom Tisch.

Und mit eben diesen beiden Linienverläufen soll auch das Raumordnungsverfahren gestartet werden, das unter der Regie der Lüneburger Regierungsvertretung steht.

Fischer: “Auch nach der Verwaltungsreform bleiben die Planungen und die damit seit Jahren vertrauten Mitarbeiter in Lüneburg.” Einzelheiten darf und will Fischer nicht preisgeben. “Wir äußern uns Anfang Mai, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen und in die Vorlagen eingearbeitet sind.” Immerhin hat sich das Planungsgebiet von ursprünglich 1200 Quadratkilometern im Gesamtkorridor auf jetzt 500 Straßenkilometer für verschiedene Linien-Varianten zwischen Lüneburg und Wolfsburg verkleinert. Fischer: “Am Ende sollten dann die rund 120 Kilometer für die Strecke Lüneburg-Wolfsburg übrig bleiben.” Bis dahin ist es noch ein langer Weg.

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