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Quelle: Hamburger Abendblatt, 4. Februar 2005 Rübke – nur 300 Meter bis zur A 26Neue Autobahnen – die A 39, die A 26. Die einen sehnen sie herbei, die anderen fühlen sich davon bedroht. Heute: Reaktionen in Rübke.Rübke. Und wieder ist die Trasse der Autobahn 26 ein Stück näher an den Ort herangerückt. Jedesmal, wenn die Planer eine neue Variante für den Verlauf der vierspurigen Straße durch das Vogelschutzgebiet Rübker Moor vorlegen, schwindet der Abstand zum Dorf. “Wir sind einmal vor vielen Jahren mit 600 Meter angefangen”, sagte Helmut Ellmers (49). Der Landwirt aus Rübke ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke. Jetzt beträgt der Abstand zwischen der Wohnbebauung und der Autobahn im Durchschnitt noch 300 Meter, und die Autobahnanschlußstelle wird direkt nach dem Ortsausgang in Richtung Neu Wulmstorf auf der Straße Nincoper Deich gebaut. Spätestens als 1998 das Rübker Moor in einem Gutachten als fünftwichtigster Platz für den Wachtelkönig in Deutschland ausgemacht wurde, betrachten die Menschen in Rübke die Entwicklung mit großer Sorge und das zu Recht. Die neue Trasse des Straßenbauamt ist bis auf den Bereich der neuen Anschlußstelle noch so weit weg, daß Lärmschutz gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben ist, aber so dicht, daß sie das Leben in dem 540-Einwohnerort dramatisch verändern wird. Verkehr, Lärm und die Gefährdung der wirtschaftlichen Grundlage für die landwirtschaftlichen Betriebe, das sind die Perspektiven Rübkes, wenn die Autobahn kommt. Dabei haben sich die Rübker in den vergangenen Jahren immer moderat verhalten. “Wir sind keine weltfremden Menschen. Viele die hier wohnen, stehen auch auf der B 73 im Stau”, sagte Ellmers. Genutzt hat die konstruktive Haltung nichts. “Hätten wir härter in unserem Widerstand sein müssen?” fragt Hans Heinrich Heitmann (53) von der Arbeitsgemeinschaft. “Ja”, beantwortet er die Frage selbst. Heitmann: “Aber jetzt ist es zu spät.” Seit der Bereich zwischen Buxtehude, Rübke und Neu Wulmstorf offiziell EU-Vogelschutzgebiet ist, sehen die Landwirte auch ihre wirtschaftliche Grundlage in Gefahr. Das Gebiet heißt zwar Rübker Moor, es sind aber größtenteils Wiesen, die von den Bauern aus der Umgebung bewirtschaftet werden. Die EU-Vogelschutzrichtlinie schränkt die Nutzung der Wiesen ein. Ellmers: “Ohne die Autobahn hätten wir heute auch nicht das Vogelschutzgebiet.” Es kann für Rübke aber noch schlimmer kommen. Der zweite Bauabschnitt endet nordöstlich von Buxtehude an der Kreisstraße 40. Sollte dieser Abschnitt dann für den Verkehr freigegeben werden, ohne daß der dritte Bauabschnitt ebenfalls fertig ist, werden Rübke und Teile von Buxtehude zum Autobahnzubringer. Es gibt Gutachten, die mit 22.000 Fahrzeugen allein für Rübke rechnen. Im Planfeststellungsbeschluß für den zweiten Bauabschnitt steht zwar, daß beide Teilabschnitte nur zusammen eröffnet werden sollen. Aber genau dieses “sollen” hat das Mißtrauen der Rübker geweckt. Eine der rund 30 Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg kommt mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft von einer Privatperson aus Rübke. Das “sollen” soll durch ein “müssen” ersetzt werden. Der Stader Landtagsabgeordnete Karsten Behr (40, CDU) fordert deshalb auch den Bund auf, daß das Planfeststellungsverfahren für den dritten Bauabschnitt zwischen Buxtehude und der Landesgrenze möglichst schnell beginnt. Landwirt und Arbeitsgemeinschaftsmitglied Martin Hoyer (67): “Es geht um die Frage, ob Rübke ein Dorf bleibt, in dem man gerne wohnt!” |