Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 24. Januar 2005

“Südumgehung unabhängig von A 39”

Neujahrsgespräch der Gemeinde Hankensbüttel: Viel Lob fürs Ehrenamt / Dorfkern oben auf der Agenda

Hankensbüttel. Novum beim Hankensbütteler Neujahrsgespräch: Eine Ehrung besonders verdienter Mitbürger gab es dieses Mal nicht, und das Geld, das sonst für entsprechende Präsente ausgegeben wurde, geht nach dem Willen der Gemeindespitze an das DRK. Bürgermeister Uwe Driesner erwähnte in diesem Zusammenhang zwar auch die Flutkatastrophe, sagte aber: “Wir überlassen es dem DRK, wofür das Geld verwendet wird.”

Zum Neujahrsgespräch im Bürgerhaus begrüßte Driesner einmal mehr zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und der Vereinsspitzen, darunter auch den stellvertretenden Landrat Werner Warnecke, den Ehrenbürger Heinz Burghard und den Samtgemeinde-Ehrenbürger Werner Deeken. Für den musikalischen Rahmen sorgten die “Plattdeutschen” des Bühnenspielvereins, die unter anderem das “Hankau-Lied” nach der Melodie von “Die Gedanken sind frei” zum Besten gaben.

Den Vereinen der Gemeinde bescheinigte der Bürgermeister ein hervorragendes Engagement, vor allem im Jugendbereich. Driesner verwies unter anderem auf die 14-jährige Hankensbüttelerin Anna Klasen, die in ihrer Altersklasse die Landesvizemeisterschaft im Tennis geholt hatte, und auf den Musikzug Emmen, der in Eigenleistung das Emmener Ehrenmal neu gestaltet hat.

Freuen dürfen sich die Hankensbütteler in diesem Jahr auf ein weiteres Heidmärkerfest, und auch im Mai wird groß gefeiert: Dann kommen Gäste aus Frankreich zu den Feierlichkeiten zum 20-jährigen bestehen der Partnerschaft mit Le Mesnil.

In der Gemeindepolitik soll das Jahr 2005 die Fortführung der im letzten Jahr begonnenen Dorfentwicklungsplanung bringen, zudem steht die Akquise eines Lebensmittelmarktes für den Ortskern oben auf der Agenda.

Ein wesentliches Vorhaben werde, so Driesner, die Verlängerung der Südumgehung sein (“unabhängig von den Planungen für die A 39 oder eine Querspange”), damit das “Klosterviertel” vom Durchgangsverkehr entlastet werde (mehr zu den gemeindlichen Planungen demnächst im IK-Ausblick). Mit Blick auf die finanzielle Situation der Gemeinde und mögliche Hilfen im Bereich der Wirtschaftsförderung meinte der Bürgermeister: “Wir wollen die hohe Kreisumlage nicht nur zahlen, sondern davon auch profitieren.”

Dass das wohl nicht so einfach wird, machte der stellvertretende Landrat in seinem Grußwort deutlich: “Ich kann heute keine Versprechungen machen, aber die Probleme sind uns bewusst”, sagte Werner Warnecke. Für die Wirtschaftsförderung seien allerdings bei einem 16-Millionen-Defizit im Kreishaushalt nur vergleichsweise geringe Mittel verfügbar.

Warncke machte aber auch darauf aufmerksam, dass es anderswo auf der Welt weitaus größere Sorgen gebe: “Wir sollten dankbar sein, das wir in Frieden und Freiheit leben dürfen.”

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