Quelle: Hamburger Abendblatt, 15. Januar 2005

IHK Lüneburg: Optimistische Töne

Lüneburg. Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich ist in Deutschland unumgänglich, davon ist der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, überzeugt. Auf dem Jahresempfang der IHK in Lüneburg warnte er jetzt vor über 400 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung davor, den Standort Deutschland gut zu reden, wenn es dafür keinen Anlaß gebe. Die Frage, ob Deutschland noch wettbewerbsfähig sei, beantwortete Sinn differenziert: “Die Unternehmen sind es, die Arbeitnehmer nicht.”

Mehr optimistische Töne hatte aus regionalwirtschaftlicher Sicht in seiner Begrüßung IHK-Präsident Bernd Hansmann angeschlagen. Deutschland sei, so Hansmann, alles in allem auf einem guten Weg. Das Bewußtsein in der Bevölkerung verändere sich, die Einsicht in die Notwendigkeit einer Neuorientierung auf vielen Gebieten wachse, betonte der IHK-Präsident, der dabei auch auf die positiven Entwicklungen in Sachen Ausbildungspakt, A 39 und bei der Fusion von Universität Lüneburg und Fachhochschule Nordostniedersachsen hinwies.

Das IHK-Jahresthema “Standortvorteil Recht” griff die Präsidentin des Oberlandesgerichts Celle, Helga Oltrogge, in ihrem Grußwort auf. Die Bedeutung eines funktionierenden Rechtssystems zeige sich gerade dann, wenn es fehle. Eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung sei nur bei einem funktionierenden Rechtssystem möglich. Sie erinnerte daran, daß sich das Jahresthema auch an den Gesetzgeber, also die Parlamente, wende.  hr

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