Quelle: Aller-Zeitung, 21. Dezember 2004

Gifhorns Spediteure setzen auf Bundesstraße

(jh) Noch wenige Tage, dann geht die umstrittene Lkw-Maut an den Start. Mit Satelliten-Technik und so genannten On Board Units wird ab 1. Januar erfasst, welcher Brummi welche Strecken auf Deutschlands Autobahnen fährt. Jeder Kilometer schlägt mit 12,4 Cent zu Buche. Um diese Ausgaben zu begrenzen, wollen einige Spediteure mehr über Bundesstraßen transportieren – auch aus dem Kreis Gifhorn.

„Wir werden künftig rund 30 Prozent auf Bundesstraßen fahren”, sagt Spediteur Kai Lange aus Ummern. Seine sechs Lastwagen – mittlerweile mit OBUs ausgerüstet – seien bisher fast ausschließlich auf Autobahnen unterwegs.

Für die Fahrer bedeute das, bald öfter in den Abend- und Nachtstunden unterwegs zu sein. Beklagt habe sich aber keiner: „Sie finden es okay, weil nachts weniger Verkehr und weniger Stress ist.”

25 Prozent Mehrkosten

Lange rechnet mit etwa 25 Prozent Mehrkosten, die er auf den Frachtpreis draufschlagen müsse. Die Mautgebühr werde allerdings auf jeder Rechnung genau vermerkt.

Auch beim Leiferder Fuhrunternehmen Weber wird mit dem Gedanken gespielt, auf Bundesstraßen auszuweichen. „Bei manchen Strecken ist das wirklich zu überlegen”, erklärt Inhaberin Iris Weber.

Der Faktor Zeit

Bei den meisten Fahrten lohne ein Wechsel nicht: „Der Zeitfaktor spricht dagegen.” Auf der Landstraße dauerten die Touren länger. Alle sechs Lastwagen der Firma seien mit OBUs bestückt. „Und sie funktionieren alle.”

Bei der Schwülperaner Spedition Nikolka ist dagegen bisher kein Lkw bestückt. „Das ist kein Nachteil. Wir fahren meist für die Baubranche. Da ist im Januar sowieso nichts los”, so Geschäftsführer Mike Nikolka. Die OBUs schaffe er in nächster Zeit an.

Durch die Maut entstünden jährlich rund 20.000 Euro Mehrkosten. Wie er die umlegen soll, weiß er nicht. „Beim Lohn der Fahrer ist nichts zu machen.” Bei Fahrten in Richtung Norden nutzen Nikolkas Lastwagen künftig verstärkt die B 4. In anderen Richtungen sei ein Wechsel schwierig: „Da verliert man auf der Landstraße zuviel Zeit.”

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