Quelle: Isenhagener Kreisblatt, 18. Dezember 2004

Gewachsene Ortsstrukturen sind tabu

Hankensbütteler Samtgemeinderat verabschiedet Resolution für Querspange zur A 39 und A 14

Repke. Die gemeinsame Resolution von Samtgemeinde Hankensbüttel und Stadt Wittingen zur Querspange der A 39 und A 14 (das IK berichtete) beschäftigte am Donnerstagabend den Hankensbütteler Samtgemeinderat im Gasthaus Dierks in Repke. Aufgrund der Diskussion im Bauausschuss wurde die Resolution dahingehend ergänzt, dass man sich für die südliche Trassenvariante der Verbindung nach Celle ausspreche, aber gewachsene Ortsstrukturen nicht zerschnitten werden sollten. Aber auch mit dieser Änderung konnten sich einige Ratsmitglieder nicht anfreunden.

“Wenn die Trasse im Süden verlaufen, aber gleichzeitig keine Ortschaften zerschneiden soll, dann gibt es die Trasse im Süden nicht”, meinte Werner Rodewald (CDU) mit Blick auf fehlende Alternativen weiter südlich von Emmen. Und dann müsse die Verbindung zwangsläufig nördlich verlaufen, möglicherweise auch zwischen Hankensbüttel und Steimke. Der Emmener Dirk Köllner (CDU) hatte ebenfalls Einwände: “Wenn es so wie geplant eine zweispurige Straße würde, könnte ich damit leben. Doch eine Querspange wird sicher drei- oder vierspurig. Man sollte dann auch einmal an die Lebensqualität der direkten Anwohner in Hankensbüttel und Emmen denken.” Diese leide nämlich auch unter Brücken oder Schallschutzwänden. Gleiches gelte im weiteren Verlauf der Strecke zum Beispiel in Steinhorst. “Ihr würdet doch auch eine Umgehung fordern”, so Köllner zu den Ratskollegen aus dem Lachteort.

“Warum schreien denn alle nach einer Autobahn, wenn sie nicht dort verlaufen soll, wo sie den vermeintlich größten Nutzen hat”, fragte Irmgard Pfeffer (Grüne). Im Süden seien nunmal Industrie und Gewerbe. Deshalb könne eine Querspange nur dort verlaufen. Ansonsten gebe man Landschaften her und profitiere überhaupt nicht von der Autobahn. So sahen es auch Uwe Driesner und Werner Warnecke (beide CDU). Man solle sich an die ursprüngliche Planung der Südumgehung halten. Sowohl im Hinblick auf die dort angesiedelten Betriebe als auch auf das, wie es Dr. Günter Brünning (Grüne) formulierte, “einzigartige Ensemble in Isenhagen” (Kloster, Otter-Zentrum). Und dies sei nun einmal südlich von Hankensbüttel auf die Kanalüberquerung bei Alt Isenhagen zu.

“Andere Planen, während wir reden”, meinte Eva Stork (SPD) mit Blick auf Nachbarlandkreise und auch als Antwort auf Meinungen, man unterhalte sich über “ungelegte Eier” (Brünning). So sah es auch Andreas Kuers (CDU): “Wir sollten es jetzt in Gang setzten, sonst fallen wir am Ende hinten drüber.”

Mit sechs Gegenstimmen sprach sich der Rat für die Resolution mit der eingangs erwähnten Ergänzung aus.

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