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Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 27. November 2004 Autobahn ist kein AllheilmittelVon Argumenten, Gegenargumenten und anderen Argumenten“Wirtschaft für die A 39” (AZ vom 20./21. November) — Heike Dammann, Römstedt (per E-Mail): Ich weigere mich, mir vorgaukeln zu lassen eine Autobahn würde all unsere Probleme hier im Landkreis Uelzen lösen. Da wird wörtlich geschrieben: “Für unsere Region und die große Mehrheit der Bürger der Landkreise Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Salzwedel und Gifhorn ist der Ausbau der A 39 ein großer Segen, um uns nicht zum Armenhaus in Deutschland werden zu lassen”. Sie glauben doch nicht, dass man einfach eine Autobahn bauen muss und alle Probleme haben sich in Luft aufgelöst. An der Fachhochschule Erfurt wurden kürzlich alle vorhandenen Studien über die Effekte von Autobahnbauten untersucht. Ergebnis: In keiner Studie wurden wesentliche Effekte für Wachstum oder Arbeitsmarkt festgestellt. Eher werden Kaufkraft, Aufträge und Arbeitsplätze noch stärker nach außerhalb und in die Metropolen abwandern. Wo man schnell hinkommt, kommt man auch schnell wieder weg. Ich finde es von Politikern schlecht, wenn sie ihre eigene Region so klein machen. Wozu haben wir sie gewählt? Sie sollen diese Region vertreten und voranbringen. Dieses geschieht aber keineswegs durch eine unsinnige Autobahn, die uns Bürgern hier in der Region überhaupt nichts bringt. Die lähmende Debatte um die A 39 (die vermutlich erst in 15 Jahren befahrbar wäre) verzögert auch schon jetzt erhebliche Investitionen wegen der dadurch geschaffenen Unsicherheiten. Sie lähmt die für die Region zwischen Lüneburg und Wolfsburg wirklich zentrale Frage nach eigenen Stärken und deren gezielten Ausbau: z. B. eine gewachsene, moderne und selbstbewusste Land- und Ernährungswirtschaft mit entsprechenden Institutionen, eine attraktive Kulturlandschaft, Menschen mit einem Blick für neue Zukunftsmärkte. Wir müssen selbst neue Konzepte entwickeln, die auf unsere Gegend zugeschnitten sind und die von uns selbst getragen werden. Ich bin der Meinung, dass hier auch schon viel geschehen ist und auch weiter geschehen wird, auch oder erst recht ohne Autobahn. Ferner möchte ich auf den letzten Satz Herrn Reeses eingehen: “Ich halte die Bereitstellung dieser Steuergelder für sinnvoll für diese Region, da sie zukünftig eine höhere Wertschöpfung ermöglichen, von der die Mehrheit der Bürger partizipiert.” Natürlich kann man dieser Meinung sein, aber es kommt darauf an woraus man einen Wert schöpft. Sie sehen einen Wert in der Autobahn, um zehn Minuten schneller von A nach B zu kommen und Personen und Güter zu befördern. Ich sehe einen Wert darin, in einer unzerstörten Natur, ohne nennenswerter Lärm- und Luftverschmutzung, in einer schützenswerten Kulturlandschaft die ich Heimat nenne, zu leben. Lassen Sie uns eine Autobahn nicht als Allheilmittel sehen, sondern lassen Sie uns unsere Heimat erhalten und aus uns selbst heraus neue Wege zu Wirtschaftsaktivitäten entwickeln. |