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Quelle: Wolfsburger Nachrichten, 17. November 2004 “Unvorstellbar, dass so etwas realisiert würde”Bürgerinitiative befragte Politik und Verwaltung zu A 39 und Suchraum Gifhorn – Ratsresolution erwogenGIFHORN. Einmütigkeit bei der Ablehnung einer Autobahnfortführung der A 39 durch Gifhorn ließ Ratsmitglied Britta Blum (Grüne) am Montag in der Bürgerversammlung in der Scheune des Deutschen Hauses schon von einer gemeinsamen Ratsresolution sprechen. Einen Katalog mit Fragen hatte die Bürgerinitiative “Keine A 39” (BI) den Ratsfraktionen, Stadtdirektor Wilhelm Jans, und Landrätin Marion Lau zugeschickt. Während Jans auf seine bald endende Amtszeit verwies, entschuldigte sich Lau aus terminlichen Gründen mit einem Antwortschreiben. “Die Kreisverwaltung hat sich im Sommer aus wirtschaftlichen Gründen für eine Verlängerung der A 39 von Wolfsburg nach Norden ausgesprochen”, hieß es da. Auch die CDU spreche sich für eine Weiterführung der A 39 aus, allerdings sei man gegen eine Trassenführung durch Gifhorn, erklärte Willy Knerr (CDU) und begründete das Votum der Partei für eine A 39 mit der “notwendigen verkehrlichen Situation”. Bürgermeister Manfred Birth sprach als künftiger Verwaltungschef für die Stadt. Eine Abtrennung der Ortsteile Gamsen und Kästorf von der Kernstadt, eine zu hohe Emissionsbelastung, eine Entwertung der Grundstücke in dem Gebiet, die Zerstörung der Ise-Niederung, unschöne Brückenbauwerke und zusätzliche 15 Kilometer Autobahn von Ost nach West sprächen dagegen, meinte Birth, der vor allem aber heraushob, dass der geplante dritte Suchraum bei Gifhorn dort liege, wo die Stadt ihre Erweiterungsflächen für die kommenden Jahrzehnte plane. “Ich finde die Hosenträgerlösung idiotisch, das ist verkehrspolitisch der größte Blödsinn”, fand er “als Bürger” auch deutliche Worte. Ob überhaupt eine A 39 gebaut werden müsse, wolle er den Parteien überlassen, erklärte Birth und verwies dabei gegenüber Blum auf deren “grüne Parteifreunde in der Bundesregierung”. “Unvorstellbar, dass so etwas realisiert würde”, fand auch Manfred Steffen (ULG). “Wir sind zwar etwas davon entfernt”, meinte der Neubokler Ortsbürgermeister, aber man werde sich mit den Gamsenern und Kästorfern solidarisieren. Das “Projekt als Ganzes” lehnte Blum für die Fraktion der Grünen ab. “Es macht keinen Sinn für die Region”, sprach sie von einer “massiven Verschlechterung für den landwirtschaftlichen Bereich, von Flächenverbrauch, Landschaftsverschandelung und der Tatsache, dass Arbeitsplätze nicht durch die Autobahn geschaffen würden. Stattdessen sollten vorhandene Verkehrswege ausgebaut und die Regio-Bahn vorangetrieben werden. Keine Antwort gab die SPD. Sie sei noch in der Diskussion, gab Nicole Wockenfuß von der BI bekannt. |