Quelle: Allgemeine Zeitung Uelzen, 13. November 2004

B 4-Ausbau billiger und besser

Innen Rückbau, außen Ortsumfahrungen statt Autobahnbau

“Tödliche Unfälle auf null gedrückt” (AZ vom 6. November) — Eckehard Niemann, Bienenbüttel (per E-Mail):

Gut, dass Herr Chlechowitz als Sprecher der Bürgerinitiative Kirchweyhe uns alle noch einmal so deutlich auf den Zweck des Straßenrückbaus hingewiesen hat, nämlich weitere Gefährdungen von Einwohnern zu verhindern. Und noch besser, dass seine Initiative es wohl schaffen wird, recht bald zusätzlich eine Ortsumfahrung durchzusetzen. Beides, nämlich Ortsumfahrung und Rückbau, gehören zusammen, will man die Orte an der B 4 (oder auch an der B 71) wirklich spürbar entlasten.

Die offiziellen Verkehrsstudien Nord-Ost (VUNO) befürworten ja auch ausdrücklich diesen bedarfsgerechten Ausbau vorhandener Verkehrswege mit Ortsumfahrungen. Es muss aber umso deutlicher darauf hingewiesen werden, dass weitere Orte – über Kirchweyhe hinaus – keine Ortsumfahrungen bekommen werden, solange die Planung der A 39 im Bundesverkehrswegeplan steht.

Mit der A 39 aber wäre den betroffenen Orten kaum geholfen: Die A 39 würde, wenn sie überhaupt finanzierbar wäre, allenfalls in etwa 15 Jahren realisiert werden. Unklar auch, wie weit entfernt die Trasse dann von den jeweiligen Orten verlaufen würde, mit welchen Abfahrten, die evt. sogar zusätzlichen Such-, Sammel- und Abfahrtverkehr durch die Orte leiten könnten.

Die A39-Planer gehen selber davon aus, dass der Großteil des Verkehrs auf der B 4 bleiben würde. Und eine Reduzierung der Fahrzeuge um 30 Prozent mindert nach Aussage von Verkehrswissenschaftlern die Lärmbelästigung sogar nur um 10 Prozent!

Fazit: Ein Ausbau der B 4 und Ortsumfahrungen brächten den betroffenen Bürgern ungleich mehr – und dies sehr viel sicherer, billiger und schneller. Gleichzeitig würde der herumgeleitete Verkehr durch einen weiteren Ausbau der Bundesstraßen fast gleichstark wie durch die A 39 beschleunigt. Umso unverständlicher und skandalöser, dass die Autobahnbefürworter bisher nicht einmal die gleichberechtigte Untersuchung und Planung eines solchen Ausbaus zulassen!

Sie fürchten wohl zu Recht, dass den Bürgern einem objektiven Vergleich der Effekte/Kosten von A 39 und B4-Ausbau die Augen aufgehen würden. Diese Planungen aber müssen unsere Politiker jetzt endlich in den Bundesverkehrswegeplan setzen, damit wir alle hier nicht mit leeren Händen dastehen, wenn die „zerstörerische Nonsensautobahn“ A 39 an ihren Planungsproblemen und an den fehlenden Milliarden-Mitteln scheitern wird!

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