Quelle: Volksstimme, 29. Oktober 2004

Vorzugs-Trasse für neue A14 liegt vor

Verkehrsminister Daehre beendet Raumordnungsverfahren

Von Jens Schmidt

Magdeburg. Das Raumordnungsverfahren für die Nordverlängerung der Autobahn A 14 wird in Sachsen-Anhalt heute abgeschlossen: Das Verkehrsministerium hat eine Vorzugs-Trasse gefunden. 2005 erfolgt die Feinplanung, in der die Trasse noch 100 bis zu 200 Meter nach jeder Seite verschoben werden kann, sagte Minister Karl-Heinz Daehre (CDU). Baustart ist frühestens Ende 2006.

Nach sechs Monaten schließt Verkehrsminister Daehre die erste Planungsstufe für die neue Autobahn in Sachsen-Anhalt ab. 125 Gemeinden und Verbände haben sich geäußert – 111 mit “positivem Tenor”. Die Vorzugstrasse steht, wenn auch noch nicht auf den Meter genau. Drei “Konflikträume” haben sich ergeben, eine große Änderung wurde vorgenommen, sagte Daehre. Die Autobahn wird südlich von Stendal keinen Bogen mehr um den einst für den Großflughafen Stendal reservierte Fläche schlagen. Das Airport-Projekt hat sich zerschlagen, die Autobahntrasse wird fast vier Kilometer kürzer.

Die Konflikträume:

  • Mittellandkanal/Wolmirstedt: Nördlich von Magdeburg kreuzt die Trasse den Kanal. Brücke oder Tunnel heißt die Frage. Daehre will beide Varianten untersuchen lassen. Der Tunnel passt besser in die Landschaft, die Brücke aber ist nicht so teuer.
  • Lärmschutz: Aus Wolmirstedt, Colbitz, Samswegen und Jersleben (Ohrekreis) sowie aus Krumke, Krevese, Dequede und Drüsedau (Kreis Stendal) kamen viele Einsprüche, da die Trasse zum Teil nur 400 Meter von Häusern entfernt ist. Trassenverschiebungen um ein paar Hundert Meter seien aber technisch noch möglich und würden in der Feinplanung (Planfeststellungsverfahren) erfolgen, sagte Daehre. Dabei würden auch Lärmschutzfragen geklärt. Daehre: “Eines ist klar: Was an der A 2 bei Helmstedt möglich war, muss auch bei uns möglich sein.” In Niedersachsen stehen riesige Schutzwände.
  • Elbquerung: Kompliziert wird es an der Landesgrenze zu Brandenburg. Die Autobahnbrücke soll so nahe wie möglich an den bereits vorhandenen Brücken verlaufen, um die geschützte Elbaue so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Das gut 100 Kilometer lange und 680 Millionen Euro teure Autobahnstück auf Sachsen-Anhalts Gebiet wird nun dem Bund zur Genehmigung vorgelegt. Brandenburg will noch 2004 folgen. Ab Anfang 2005 beginnt die Feinplanung für erste Abschnitte. Die ersten Bagger können Ende 2006 anrücken, die ersten Autos Anfang 2009 rollen. Für die Anbindung Salzwedels (B 190) beginnt 2005 das Raumordnungsverfahren.

Beantragt wurden u.a. folgende Auffahrten: Haldensleben, Wolmirstedt, Colbitz, Burgstall/Tangerhütte, Stendal/Tangermünde, Uenglingen/Stendal, Osterburg, Seehausen und Geestgottberg.

www.volksstimme.de