Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 29. Oktober 2004

Hürde für Nordverlängerung der A 14 ist geschafft

Raumordnungsverfahren beendet – 125 Stellungnahmen von Kommunen und Verbänden

Magdeburg/dpa. Das Raumordnungsverfahren für die Nordverlängerung der Autobahn 14 von Magdeburg bis zur Grenze nach Brandenburg ist abgeschlossen. Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass 2006/2007 mit dem Bau der ersten Autobahnabschnitte begonnen werden kann. Insgesamt waren am Raumordnungsverfahren 180 öffentliche Stellen wie Städte, Landkreise, Behörden und Umweltverbände beteiligt. 125 Stellungnahmen flossen in das Verfahren ein, davon 111 Zustimmungen zu dem geplanten Projekt. Wann die ersten Teilabschnitte für den Verkehr freigegeben werden können, ist laut Daehre noch unklar.

Umweltschützer hatten die Verlängerung, die in Sachsen-Anhalt eine Länge von 95 Kilometern hat und 680 Millionen Euro kostet, stets abgelehnt. Sie sehen zahlreiche Natur- und Tierschutzgebiete bedroht. Über das Projekt wurde jahrelang kontrovers diskutiert. Vorgesehen ist eine Verlängerung der A 14 von Magdeburg über Stendal und Wittenberge nach Schwerin. Zudem ist eine Verlängerung der A 39 von Wolfsburg nach Lüneburg geplant. Die parallel verlaufenden Autobahnen sollen durch die Bundesstraße 190 n in Ost-West-Richtung verbunden werden – es entstünde die so genannte «Hosenträger-Variante».

«Ich hoffe, dass Niedersachsen Anfang kommenden Jahres das Raumordnungsverfahren für die A 39 in Angriff nimmt», sagte Daehre. In Brandenburg sei das Verfahren auch schon weit fortgeschritten.

Bevor die ersten Bagger anrollen können, muss zunächst der Bund den geplanten Trassenverlauf, die geplanten Anschlussstellen und die Auswirkungen auf die Umwelt begutachten. Dann beginnt das viel detailliertere Planfeststellungsverfahren, bei dem sich auch einzelne Personen direkt zu Wort melden können. Dabei werden auch verschiedene Lärmschutzmaßnahmen geplant oder mögliche Tunnelvarianten geprüft.

So soll beim Planfeststellungsverfahren erörtert werden, ob nahe Wolmirstedt im Bereich des Mittellandkanals ein Tunnel sinnvoll wäre. In dieser Gegend verliefe die Autobahn nach den Planungen in einer Entfernung zwischen 400 und 1000 Metern an Ortschaften wie Samswegen oder Jersleben vorbei. Zu Colbitz weiter nördlich beträgt der Abstand rund 500 Meter.

Vor allem in diesen Regionen fürchten Anwohner Belastungen durch Lärm und Schadstoffe. Aus Sicht von Daehre muss an den Lärmschutz hohe Anforderungen gestellt werden – ähnlich wie bei der Autobahn 2 in der Region Braunschweig. Ortschaften wie Tangerhütte oder Tangermünde sind vom Trassenverlauf zwischen 10 und 15 Kilometer entfernt, zu Stendal beträgt die Distanz etwa 2 Kilometer.

Von der geplanten Nordverlängerung der A 14, deren Gesamtkosten auf rund 1,5 Milliarden Euro beziffert werden, entfallen auf Brandenburg rund 30 Kilometer, auf Mecklenburg-Vorpommern 24 Kilometer und auf Sachsen-Anhalt 95 Kilometer.

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