Quelle: Aller-Zeitung, 26. Oktober 2004

ZDF dreht bei Demonstration gegen die A39

Tiddische (rpz). Sogar das ZDF kam, um für den Länderspiegel zu drehen: Am Sonnabend demonstrierten Gegner der Nordverlängerung der Autobahn 39 bei Tiddische – die Bürgerinitiative Bromer Land gehört zu den mittlerweile 30 Bürgerinitiativen zwischen Lüneburg und Wolfsburg unter dem Dachverband „Keine A39“.

„Mit dieser Veranstaltung sollte Bürgern vor Ort deutlich gemacht werden, was sie beim Bau einer Autobahn vor ihren Türen erwartet“, zeigten sich die BI-Sprecher Frank Warnecke aus Brome und Birgit Becke aus Parsau einig. Und dabei konnten sie an diesem Tage nicht nur auf die Unterstützung zahlreich angereister A-39-Gegner aus der ganzen Region zählen, sondern auch auf die des örtlichen Landwirtes Heiko Lehn. Dieser stellte für diese Info-Veranstaltung seinen Hof und seine Ackerfläche zur Verfügung.

Zukünftig könnte hier in nur rund 500 Metern Abstand vom Ortsrand eventuell der Autobahnverkehr rollen, so der Landwirt. Aufgezeichneter und abgespielter Autobahnverkehrslärm ließ letztlich die Demo-Teilnehmer erahnen, was für ein Lärm auf die Orte an der Autobahn dann zukommt.

Ursprünglich gehörte der junge Landwirt zu den Befürwortern der A 39. „Nach Einsicht der Studie des Landes allerdings hat sich meine Meinung gründlich geändert“, so Lehn. Mit Grund und Boden sei maßvoll umzugehen, zumal die hohen Kosten den Bau der A39 noch zusätzlich in Frage stellen. Umgehungsstraßen in Kombination mit dem Ausbau vorhandener Straßen sei daher eine Alternative, ist sich der Landwirt mit den A-39-Gegnern ebenso einig wie mit dem Bromer Samtgemeinderatsmitglied Wilfried Sievers (Bündnis 90/Die Grünen).

„Eine Autobahn quer durch das Gebiet der Samtgemeinde wäre ein Alptraum. Wenn die daraus resultierende Zerstückelung in dieser Gebietseinheit stattfindet, dann sind wir von einer Auflösung der kommunalen Selbstverwaltung, von der einige Ortsbürgermeister schon sprechen, nicht mehr weit entfernt“, glaubt Sievers.

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