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Quelle: Braunschweiger Zeitung, 7. Oktober 2004 “Lieber vorhandene Straßen ausbauen”Gegner der A 39 machen mobil – Protestveranstaltung am 23. Oktober – Bürgermeister ohne VerständnisVon Barbara Benstem TIDDISCHE. Der ganze Landkreis Gifhorn sieht mit Zuversicht und Freude dem Bau der A 39 entgegen. Der ganze? Nicht ganz – so gibt es in Tiddesche beispielsweise eine Enklave, die vehementen Widerstand gegen die Autobahn vor der Haustür leistet. Hildegard und Jens Stünkel sind erbost über den Bau der A 39. “Wir fordern, dass in bestehende Straßen investiert und hier nicht ein Milliardengrab geschaufelt wird.” Die Stünkels wohnen an der Hoitlinger Straße – ihr Grundstück und angrenzendes Terrain sind seit einigen Tagen mit großen Protestfahnen und Bannern bestückt. Ackerland würde vernichtet, Geld in Beton, statt in Bildung investiert und Arbeitsplätze für die Region bringe die Maßnahme auch nicht, schimpft Hildegard Stünkel. 120 Unterschriften sind in Tiddesche gegen die Autobahn bereits gesammelt. “Außerdem stehen wir in Kontakt mit der Bürgerinitiative gegen die A 39”, erzählt sie. “Wir wollen durch Öffentlichkeitsarbeit noch viel mehr Unterstützer finden.” Am 23. Oktober ist auf den Feldern an der Hoitlinger Straße eine Protest- und Infoveranstaltung geplant (15 bis 18 Uhr). Kein Verständnis haben die Bürgermeister der Samtgemeinde für den Protest. Sie hatten in der vergangenen Woche eine gemeinsame Stellungnahme für den Bau der A 39 formuliert. Norbert Hoffmann (Bokensdorf): “Es ist schon interessant, wenn man sich ansieht, welche Leute auf einmal auf den Zug der Protestler aufspringen. Es sind dieselben, die noch vor einigen Jahren vehement den Bau gefordert haben.” Die Autobahn sei bis Tappenbeck mit der Vorgabe der Weiterführung gebaut worden, erinnert Hoffmann. “Sie soll ja dort wohl nicht zur Sackgasse werden.” |